# Break-even: ab hier arbeitest du für dich.

Quelle: https://kidesk.ch/glossar/break-even · Begriff · Thema: Kalkulation und Preise · Stand: 2026-09-21 · Herausgeber: KIDESK, Büro-Software für Schweizer Unternehmen

**Kurz gesagt:** Der Break-even ist der Punkt, an dem Erlös und Kosten gleich hoch sind: kein Gewinn, kein Verlust. Auf Deutsch heisst er Gewinnschwelle oder Nutzenschwelle. Du rechnest ihn mit einer einzigen Formel: **Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag.** Teilst du durch den Deckungsbeitragssatz, bekommst du den nötigen Umsatz. Teilst du durch den Deckungsbeitrag je verrechneter Stunde, bekommst du die Zahl der Stunden, die dein Betrieb absetzen muss. Für einen Handwerksbetrieb ist die zweite Rechnung die brauchbarere, weil sie in der Einheit antwortet, in der du planst.

## Drei Fragen, eine Formel

| Was du wissen willst | Rechnung | Ergebnis |
| --- | --- | --- |
| Ab welchem Umsatz? | Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitragssatz | Break-even-Umsatz in Franken |
| Ab wie vielen Stunden? | Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je verrechneter Stunde | Break-even-Stunden im Jahr |
| Ab wie vielen Stück? | Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Stück | Break-even-Menge |

Der Deckungsbeitrag ist der Preis minus die variablen Kosten, also der Betrag, der zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt. Wie er entsteht und wovon er abzugrenzen ist, steht unter [Deckungsbeitrag](https://kidesk.ch/glossar/deckungsbeitrag).

Alle drei Rechnungen setzen dasselbe voraus: Du musst wissen, welche Kosten bei dir fix sind und welche mit jedem Auftrag mitwachsen. Im Kleinbetrieb ist der grösste Fixkostenblock der Lohn, auch der eigene. Bei einer Einzelfirma steht er in keiner Erfolgsrechnung; dort rechnest du ihn als kalkulatorischen Unternehmerlohn dazu, sonst fällt der Break-even zu tief aus und die Zahl beruhigt dich zu Unrecht.

## Im Handwerk rechnest du in Stunden

Ein Umsatzziel in Franken sagt dir nicht, wie viele Termine du vergeben musst. Eine Stundenzahl schon. Darum lohnt sich die zweite Form der Formel: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag, den eine verrechnete Stunde übrig lässt.

**Betrieb mit vier Personen, Verrechnungssatz CHF 110.00**

| Posten | Wert |
| --- | --- |
| Fixkosten im Jahr: Löhne samt Beiträgen, Raum, Fahrzeuge, Verwaltung | CHF 372'000.00 |
| Verrechnungssatz je Stunde, ohne Mehrwertsteuer | CHF 110.00 |
| ./. variable Kosten je Stunde: Kleinmaterial, Treibstoff (Annahme) | CHF 14.00 |
| Deckungsbeitrag je verrechneter Stunde | CHF 96.00 |
| Break-even: 372'000.00 geteilt durch 96.00 | 3'875 h |
| Tatsächlich verrechenbare Stunden im Jahr | 4'200 h |
| **Gewinn bei 4'200 Stunden: 325 h mal CHF 96.00** | **CHF 31'200.00** |

Der Abstand zwischen 3'875 und 4'200 Stunden heisst Sicherheitsabstand. Er beträgt hier 325 Stunden, also knapp acht Prozent der verrechenbaren Zeit. Das ist wenig: Fällt eine Person für drei Monate aus oder bleibt ein grosser Auftrag aus, ist das Jahr bei null. Umgerechnet auf den Kalender bedeutet es, dass der Betrieb die Schwelle rechnerisch erst am 3. Dezember überschreitet. Weil Handwerksarbeit nicht gleichmässig über das Jahr anfällt, ist dieses Datum ein Bild und keine Prognose. Als Bild ist es nützlich: Elf Monate arbeitet der Betrieb für seine Kosten und einen Monat für sich.

## Break-even einer einzelnen Entscheidung

Dieselbe Formel beantwortet auch kleinere Fragen: Ab wann trägt sich eine Maschine, ein zweites Fahrzeug, eine zusätzliche Person? Du nimmst nur die Kosten, die durch diese Entscheidung neu entstehen, und teilst sie durch den Deckungsbeitrag, den sie einbringt.

**Lohnt sich eine zusätzliche Monteurin?**

| Posten | Wert |
| --- | --- |
| Jahreslohn brutto (Annahme) | CHF 72'000.00 |
| Arbeitgeberbeiträge, im Beispiel 22 Prozent (Annahme) | CHF 15'840.00 |
| Fahrzeuganteil, Werkzeug, Telefon, Weiterbildung (Annahme) | CHF 9'000.00 |
| Neue Kosten im Jahr | CHF 96'840.00 |
| Deckungsbeitrag je verrechneter Stunde | CHF 96.00 |
| Break-even: 96'840.00 geteilt durch 96.00 | 1'008.75 h |
| Erwartete verrechenbare Stunden im ersten Jahr | 1'450 h |
| **Beitrag ans Ergebnis: 441.25 h mal CHF 96.00** | **CHF 42'360.00** |

Die Rechnung sagt nicht, dass du einstellen sollst. Sie sagt, welche Auslastung die Entscheidung trägt: Unter rund 1'009 verrechneten Stunden kostet die Stelle Geld. Ob du diese Stunden hast, sagt dir dein Auftragsbestand, nicht die Formel. Was dein Personal insgesamt kostet, steht unter [Was kostet mich ein Mitarbeiter wirklich?](https://kidesk.ch/fragen/was-kostet-mich-ein-mitarbeiter-wirklich).

> **Achtung:** Ein Rabatt verschiebt den Break-even stärker, als er aussieht. Im Beispiel oben senken 5 Prozent Rabatt den Erlös je Stunde von CHF 110.00 auf CHF 104.50 und den Deckungsbeitrag von CHF 96.00 auf CHF 90.50. Der Break-even steigt damit von 3'875 auf rund 4'110 Stunden, also um 235 Stunden. Der Sicherheitsabstand schrumpft von 325 auf 90 Stunden.

## Was der Break-even nicht sagt

- **Nichts über Liquidität.** Über dem Break-even zu liegen heisst nicht, dass Geld auf dem Konto ist. Rechnungen, die niemand bezahlt, sind im Erlös enthalten und trotzdem nicht da.
- **Nichts über einzelne Aufträge.** Der Break-even ist eine Jahreszahl. Welcher Auftrag sie trägt und welcher an ihr zehrt, zeigt erst die [Nachkalkulation](https://kidesk.ch/glossar/nachkalkulation).
- **Nichts über die Zukunft.** Die Formel rechnet mit den Fixkosten von heute. Steigen Miete, Prämien oder Löhne, steigt die Schwelle, ohne dass du etwas gemerkt hast. Einmal im Jahr neu rechnen, am besten direkt nach dem Abschluss mit der Treuhandstelle.
- **Nichts über Sprünge.** Fixkosten sind nur innerhalb einer Bandbreite fix. Die fünfte Person braucht ein weiteres Fahrzeug, die grössere Werkstatt kostet mehr Miete. Dann verschiebt sich die Schwelle in einem Schritt und nicht allmählich.

## Häufige Fragen

### Ist der Break-even dasselbe wie die Gewinnschwelle?

Ja. Gewinnschwelle und Nutzenschwelle sind die deutschen Wörter für denselben Punkt: den Punkt, an dem Erlös und Kosten gleich hoch sind. Break-even-Analyse oder Break-even-Rechnung meint das Verfahren, mit dem man ihn bestimmt.

### Welche Kosten sind fix und welche variabel?

Fix sind die Kosten, die anfallen, unabhängig davon, wie viel du produzierst oder verkaufst: Miete, Leasingraten, Versicherungsprämien, Löhne der Festangestellten. Variabel sind die Kosten, die direkt mit dem Auftrag entstehen: Material, Fremdleistungen, Entsorgung, Treibstoff. Im Zweifel hilft die Frage: Fällt diese Rechnung auch an, wenn im Januar niemand anruft?

### Wo finde ich meine Fixkosten?

In der Erfolgsrechnung des letzten Geschäftsjahres. Führst du sie nach dem Gesamtkostenverfahren als Produktionserfolgsrechnung, stehen Materialaufwand, Personalaufwand, übriger betrieblicher Aufwand und Abschreibungen je einzeln darin (OR Art. 959b Abs. 2). Wer unter CHF 500'000.00 Umsatz liegt und nur Einnahmen und Ausgaben führt, nimmt die Ausgaben des Jahres und sortiert sie einmal von Hand in fix und variabel.

### Mein Break-even liegt über dem, was ich verkaufen kann. Was jetzt?

Drei Hebel, in dieser Reihenfolge: Deckungsbeitrag erhöhen, also Preise oder Materialaufschlag prüfen, Fixkosten senken, oder mehr Stunden absetzen. Am wirksamsten ist meist der erste, weil im Nenner der Formel geteilt wird: Schon wenige Franken mehr Deckungsbeitrag je Stunde senken die nötige Stundenzahl spürbar.

## Quellen

- [SECO, KMU-Portal: Betriebskalkulation und Deckungsbeitrag](https://www.kmu.admin.ch/de/betriebskalkulation-und-deckungsbeitrag)
- [SECO, KMU-Portal: Fallbeispiel für die korrekte Preisberechnung](https://www.kmu.admin.ch/de/fallbeispiel-fuer-die-korrekte-preisberechnung)
- [Obligationenrecht (OR), Art. 959b: Mindestgliederung der Erfolgsrechnung](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#art_959_b)
- [Obligationenrecht (OR), Art. 957: Pflicht zur Buchführung und Rechnungslegung](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#art_957)

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
