# Produktive Stunden: die Zeit, die ein Kunde bezahlt.

Quelle: https://kidesk.ch/glossar/produktive-stunden · Begriff · Thema: Kalkulation und Preise · Stand: 2026-09-21 · Herausgeber: KIDESK, Büro-Software für Schweizer Unternehmen

**Kurz gesagt:** Produktive Stunden sind die Arbeitsstunden, die einem Kunden verrechnet werden können. Andere Wörter dafür sind verrechenbare, fakturierbare oder Leistungsstunden. Sie sind die kleinste der drei Stundenzahlen eines Betriebs: Sollstunden laut Arbeitsvertrag, davon die Anwesenheitsstunden nach Abzug von Ferien, Feiertagen und Absenzen, und davon der Teil, den wirklich jemand bezahlt. Der Anteil heisst Produktivitätsgrad. Eine amtliche Zahl dafür gibt es nicht, du misst sie im eigenen Betrieb.

## Drei Stundenzahlen, die oft durcheinandergeraten

| Zahl | Was sie umfasst | Wo sie herkommt |
| --- | --- | --- |
| Sollstunden | Die vertraglich geschuldete Arbeitszeit eines Jahres, zum Beispiel 42 Stunden mal 52 Wochen | Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag, begrenzt durch die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 45 oder 50 Stunden (ArG Art. 9 Abs. 1) |
| Anwesenheitsstunden | Sollstunden abzüglich Ferien, Feiertage, Krankheit, Unfall, Militär und Weiterbildung | Zeiterfassung und Absenzenliste |
| Produktive Stunden | Der Teil der Anwesenheit, der auf einer Kundenrechnung landet | Zuordnung jeder erfassten Stunde zu einem Auftrag oder zur Rubrik Betrieb |

Den vollständigen Rechenweg vom Kalender bis zur verrechenbaren Stunde, mit Zahlen für 2026, zeigt die Frage [Mit wie vielen verrechenbaren Stunden pro Jahr kann ich rechnen?](https://kidesk.ch/fragen/wie-viele-produktive-stunden-pro-jahr).

## Unproduktiv heisst nicht nutzlos

Der Begriff führt in die Irre, sobald jemand ihn als Wertung liest. Unproduktive Stunden sind nicht verlorene Stunden, sondern Stunden, für die kein Kunde eine Rechnung bekommt. Ohne sie läuft kein Betrieb.

- **Nicht produktiv, aber nötig:** Offerten rechnen, Rapporte schreiben, Material holen und rüsten, Fahrzeug und Werkzeug unterhalten, Lager ordnen, Sitzungen, Weiterbildung, Garantiearbeit, Baustellenbesuche vor dem Auftrag.
- **Produktiv:** jede Stunde, die in einer Position einer Offerte, eines Rapports oder einer Rechnung steht, auch die Stunde einer Pauschale.
- **Es kommt auf die Abrede an:** Fahrzeit ist produktiv, wenn ihr sie verrechnet, und unproduktiv, wenn sie im Stundenansatz steckt. Beides ist zulässig, aber nur eines von beidem, siehe [Fahrzeit und Anfahrt verrechnen](https://kidesk.ch/ratgeber/fahrzeit-und-anfahrt-verrechnen).

## Wozu die Zahl gebraucht wird

Die produktiven Stunden stehen an drei Stellen im Nenner oder im Zähler, und an allen dreien ändert eine falsche Annahme das Ergebnis spürbar.

| Zweck | So wird gerechnet | Was eine zu hohe Annahme anrichtet |
| --- | --- | --- |
| Stundenansatz | Jahreskosten ohne Material geteilt durch produktive Stunden, plus Gewinnzuschlag | Der Satz fällt zu tief aus, und der Fehler wiederholt sich in jeder Offerte |
| Kapazität und Auslastung | Produktive Stunden je Woche mal Anzahl Personen, verglichen mit dem Auftragsbestand | Du sagst Termine zu, die niemand halten kann |
| Nachkalkulation | Tatsächliche Stunden zum internen Kostensatz gegen den Erlös des Auftrags | Der Kostensatz stimmt nicht, und die Marge sieht besser aus, als sie ist |

**Kapazität im Oktober: drei Monteure, vier Wochen**

| Posten | Wert |
| --- | --- |
| Sollstunden: 3 Personen mal 4 Wochen mal 42.0 h | 504.0 h |
| Ferien einer Person, eine Woche | 42.0 h |
| Anwesenheit nach Ferien | 462.0 h |
| Produktivitätsgrad des Betriebs, gemessen: 75 Prozent | 346.5 h |
| Zugesagte Aufträge im Oktober | 430.0 h |
| **Fehlende Kapazität** | **83.5 h** |

Um diese 83.5 produktiven Stunden zu liefern, braucht es rund 111 Stunden Anwesenheit, also gut zweieinhalb zusätzliche Personenwochen. Wer stattdessen mit den 504 Sollstunden plant, sieht ein Polster von 74 Stunden und verspricht dem nächsten Kunden guten Gewissens einen Termin im Oktober. Zwischen beiden Sichtweisen liegen 157.5 Stunden, und der Unterschied entsteht allein daraus, welche Stundenzahl eingesetzt wird.

> Miss deinen Produktivitätsgrad, statt ihn zu übernehmen. Ein Quartal genügt: alle Stunden erfassen, jede einem Auftrag oder der Rubrik Betrieb zuordnen, am Schluss teilen. Rechne die Inhaberin oder den Inhaber getrennt, denn dort liegt der Anteil regelmässig tiefer als beim Team.

## So macht es KIDESK

In KIDESK trägst du Stunden mit Datum, von, bis und Pause ein, die Reisezeit in einem eigenen Feld; eine Stoppuhr gibt es nicht. Das Büro gibt die Stunden frei, danach sind sie gesperrt, und unter Berichte steht eine Auswertung der erfassten Stunden. Den Produktivitätsgrad rechnet KIDESK nicht aus. Diese Zahl bildest du selbst, und sie gehört zu den wenigen, die ein Betrieb einmal im Jahr von Hand nachrechnen sollte.

- [Aufträge und Stunden in KIDESK](https://kidesk.ch/funktionen/auftraege)
- [Stunden erfassen und freigeben](https://kidesk.ch/anleitungen/stunden-erfassen-freigeben)

## Häufige Fragen

### Ist die Fahrzeit eine produktive Stunde?

Das entscheidet die Abrede mit dem Kunden. Verrechnest du die Anfahrt als eigene Position, zählt sie zu den produktiven Stunden. Ist sie im Stundenansatz eingerechnet, zählt sie nicht dazu und senkt den Produktivitätsgrad. Doppelt darf sie nie erscheinen.

### Welcher Produktivitätsgrad ist normal?

Eine allgemein gültige Zahl gibt es nicht, und eine amtliche Statistik dazu auch nicht. Der Anteil hängt vom Gewerk, von der Betriebsgrösse und davon ab, wie viel Weg zwischen den Einsätzen liegt. Belastbar ist nur der Wert, den du im eigenen Betrieb misst.

### Zählen Stunden auf einer Pauschale als produktiv?

Ja. Produktiv heisst, dass die Arbeit einem Kundenauftrag zugeordnet ist, nicht dass sie einzeln verrechnet wird. Bei einer Pauschale trägst du die Stunden auf den Auftrag und siehst in der Nachkalkulation, ob der Festpreis die Zeit gedeckt hat.

### Was ist der Unterschied zu Produktivität?

Produktivität misst das Verhältnis von Ergebnis zu Einsatz, etwa Quadratmeter je Stunde. Der Produktivitätsgrad in der Kalkulation meint etwas anderes: den Anteil der Anwesenheit, der verrechnet wird. Zwei Unternehmen können gleich schnell arbeiten und trotzdem sehr verschiedene Anteile haben.

## Quellen

- [Arbeitsgesetz (ArG), Art. 9: wöchentliche Höchstarbeitszeit](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1966/57_57_57/de#art_9)
- [Obligationenrecht (OR), Art. 329a: Dauer der Ferien](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#art_329_a)
- [SECO, KMU-Portal: Fallbeispiel für die korrekte Preisberechnung](https://www.kmu.admin.ch/de/fallbeispiel-fuer-die-korrekte-preisberechnung)
- [SECO, KMU-Portal: Betriebskalkulation und Deckungsbeitrag](https://www.kmu.admin.ch/de/betriebskalkulation-und-deckungsbeitrag)

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
