# Gemeinkosten in den Preis rechnen, ohne sie zweimal zu zählen.

Quelle: https://kidesk.ch/ratgeber/gemeinkosten-und-zuschlaege · Ratgeber · Thema: Kalkulation und Preise · Stand: 2026-09-21 · Herausgeber: KIDESK, Büro-Software für Schweizer Unternehmen

**Kurz gesagt:** Gemeinkosten sind alle Kosten, die du keinem einzelnen Auftrag zuordnen kannst: Werkstatt, Versicherungen, Fahrzeuge, Software, Treuhand, deine eigene Büroarbeit. Sie verschwinden nicht, wenn du sie nicht einrechnest, sie gehen dann von deinem Gewinn ab. Der Rechenweg hat drei Schritte: **Kosten eines abgeschlossenen Jahres nehmen, die Einzelkosten abziehen, den Rest auf eine Bezugsgrösse verteilen.** Im Handwerk ist diese Bezugsgrösse fast immer die verrechenbare Stunde, beim Material der Einkaufswert. Einen amtlichen oder branchenüblichen Zuschlagssatz gibt es nicht.

> «Zuschlag» heisst auf dieser Seite Gemeinkostenzuschlag, also ein Rechenschritt in der Kalkulation. Nicht gemeint sind die Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit; die stehen unter [Zuschläge](https://kidesk.ch/glossar/zuschlaege).

## Einzelkosten oder Gemeinkosten: eine einzige Frage entscheidet

Die Frage lautet: Kann ich diese Kosten einem bestimmten Auftrag zuordnen, ohne zu schätzen? Lautet die Antwort ja, sind es Einzelkosten und gehen direkt in die Kalkulation dieses Auftrags. Lautet sie nein, sind es Gemeinkosten und müssen über einen Schlüssel verteilt werden. Das ist keine Frage der Höhe und auch keine Frage, ob die Kosten jeden Monat gleich sind.

| Kostenposition | Einzel- oder Gemeinkosten | Warum |
| --- | --- | --- |
| Material vom Lieferschein dieses Auftrags | Einzelkosten | Menge und Preis stehen auf dem Beleg |
| Stunden eines Monteurs auf diesem Auftrag | Einzelkosten | Stehen im Rapport, mit Datum und Person |
| Rechnung eines Subunternehmers für diesen Auftrag | Einzelkosten | Direkt zuordenbar |
| Entsorgung mit Wägeschein dieses Auftrags | Einzelkosten | Belegt und zuordenbar |
| Miete für Werkstatt, Lager und Büro | Gemeinkosten | Läuft weiter, egal welcher Auftrag gerade offen ist |
| Versicherungen, Treuhand, Software, Telefon, Werbung | Gemeinkosten | Versicherungen, Buchhaltung, Telefon und Werbung zählt das KMU-Portal des Bundes beim Kostenpreis ausdrücklich zu den Gemeinkosten |
| Servicefahrzeug, solange du keine Kilometer je Auftrag erfasst | Gemeinkosten | Ohne Messung nicht zuordenbar |
| Deine Stunden für Offerten, Disposition, Mahnwesen | Gemeinkosten | Niemand bezahlt sie als Position |
| Garantiearbeit nach der Abnahme | Gemeinkosten | Fällt später an und wird keinem laufenden Auftrag belastet |

Die Grenze ist kein Naturgesetz, sondern eine Entscheidung. Je mehr du misst, desto mehr wird zu Einzelkosten und desto genauer wird die Kalkulation. Wer die Kilometer je Auftrag rapportiert, holt das Fahrzeug aus den Gemeinkosten heraus.

## Schritt 1: die Zahlen kommen aus dem letzten Geschäftsjahr

Nimm das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr, nicht eine Schätzung. Wenn du buchführungspflichtig bist, steht alles in der Erfolgsrechnung (OR Art. 957 Abs. 1). Führst du als Einzelfirma mit weniger als CHF 500'000.00 Umsatzerlös nur Buch über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage (Abs. 2), reichen diese Zahlen ebenfalls, sobald du die Ausgaben einmal sortierst.

1. **Topf 1, Material und Fremdleistungen:** alles, was du einkaufst und weiterverrechnest, ohne Mehrwertsteuer.
2. **Topf 2, produktive Löhne:** Lohn samt Arbeitgeberbeiträgen der Leute, deren Stunden auf Aufträgen landen.
3. **Topf 3, Gemeinkosten:** der ganze Rest des Betriebsaufwands, inklusive der Bürostunden von Inhaberin oder Inhaber.
4. **Topf 4, Unternehmerlohn und Gewinn:** was übrig bleiben soll. Dieser Topf steht nicht in der Erfolgsrechnung, den setzt du.

> **Achtung:** Sortiere jede Position genau einmal. Die häufigste Panne in dieser Rechnung ist der Betrag, der in zwei Töpfen liegt: der Lehrlingslohn bei den produktiven Löhnen und nochmals bei den Gemeinkosten, oder die Treibstoffrechnung beim Material und nochmals beim Fahrzeug.

## Schritt 2: den Zuschlagssatz rechnen

### Der Stundenweg, im Handwerk der Normalfall

Du verteilst die Gemeinkosten auf die Stunden, die du einem Kunden verrechnen kannst. Nicht auf die Sollstunden und nicht auf die Anwesenheitsstunden: nur auf die verrechenbaren.

**Elektrobetrieb, Inhaber und drei Monteure, Zahlen eines Jahres**

| Posten | Wert |
| --- | --- |
| Gesamtaufwand letztes Geschäftsjahr | CHF 612'000.00 |
| ./. Material und Fremdleistungen | CHF 141'000.00 |
| ./. produktive Löhne samt Arbeitgeberbeiträgen | CHF 318'000.00 |
| Gemeinkosten | CHF 153'000.00 |
| ./. materialbezogene Kosten, sie kommen über den Materialzuschlag, Beispiel weiter unten | CHF 18'800.00 |
| Gemeinkosten für den Stundenweg | CHF 134'200.00 |
| Verrechenbare Stunden: 3 Monteure à 1'400 h | 4'200 h |
| Verrechenbare Stunden des Inhabers | 500 h |
| Total verrechenbare Stunden | 4'700 h |
| Gemeinkosten je verrechenbare Stunde: 134'200 geteilt durch 4'700 | CHF 28.55 |
| Löhne je verrechenbare Stunde: 318'000 geteilt durch 4'700 | CHF 67.66 |
| **Selbstkosten je verrechenbare Stunde** | **CHF 96.21** |

Darauf kommt der Zuschlag für Gewinn und Wagnis. Bei 10 Prozent sind das CHF 9.62, macht CHF 105.83 und damit einen Stundenansatz von CHF 106.00 ohne Mehrwertsteuer. Den Weg vom Lohn bis zu dieser Zahl zeigt der Ratgeber [Stundenansatz für Handwerker](https://kidesk.ch/ratgeber/stundenansatz-handwerker-schweiz) Schritt für Schritt, rechnen kannst du ihn im [Stundensatz-Rechner](https://kidesk.ch/rechner/stundensatz-rechner).

### Der Prozentweg, für Material und Fremdleistungen

Ein Teil deiner Gemeinkosten hängt nicht an der Arbeitszeit, sondern am Material: bestellen, abholen, lagern, Kapital binden, Verschnitt, Rücksendungen. Diesen Teil verteilst du nicht über die Stunde, sondern über den Einkaufswert.

**Materialgemeinkosten desselben Betriebs**

| Posten | Wert |
| --- | --- |
| Materialeinkauf ohne Mehrwertsteuer | CHF 141'000.00 |
| Bestellen und Abholen, 190 Stunden zu CHF 68.00 intern | CHF 12'920.00 |
| Lager, Regale, Anteil Lieferwagen | CHF 3'900.00 |
| Verschnitt, Bruch, Ladenhüter, Rücksendungen | CHF 1'980.00 |
| Materialbezogene Kosten zusammen | CHF 18'800.00 |
| **Zuschlagssatz: 18'800 geteilt durch 141'000** | **13.3 Prozent** |

> **Achtung:** Diese CHF 18'800.00 darf nur einer der beiden Sätze tragen. Im Stundenweg oben sind sie deshalb abgezogen, bevor der Stundenzuschlag gerechnet wird. Lässt du sie in beiden Sätzen, rechnest du sie zweimal ein, offerierst zu hoch und verlierst Aufträge, ohne zu wissen warum. Rechne darum zuerst den Materialteil, zieh ihn ab, und schreib einmal auf, was in welchem Topf liegt. Wie du den Materialaufschlag vollständig aufbaust, steht im Ratgeber [Materialaufschlag kalkulieren](https://kidesk.ch/ratgeber/materialaufschlag-kalkulieren).

## Summarisch oder differenziert: wie fein soll es sein?

| Verfahren | Wie es funktioniert | Passt zu |
| --- | --- | --- |
| Summarisch: ein Satz für den ganzen Betrieb | Alle Gemeinkosten geteilt durch alle verrechenbaren Stunden | Betrieb mit einem Gewerk und ähnlichen Aufträgen |
| Getrennt nach Lohn und Material | Ein Zuschlag je Stunde, ein Zuschlag in Prozent auf den Einkauf | Aufträge, deren Materialanteil stark schwankt, etwa Sanitär oder Elektro |
| Differenziert nach Kostenstellen | Eigene Sätze für Werkstatt, Montage, Service und Planung | Betrieb mit Werkstatt und Montage oder mit mehreren Sparten |

Fang summarisch an. Eine Kalkulation, die du jedes Jahr wirklich nachrechnest, ist mehr wert als eine feine, die nach zwei Jahren niemand mehr anfasst.

## Vollkosten und Deckungsbeitrag: zwei Fragen, zwei Antworten

Der Zuschlagssatz beantwortet die Frage «was muss ich verlangen, damit alles gedeckt ist». Die zweite Frage lautet «darf ich diesen einen Auftrag zu diesem Preis annehmen», und dafür brauchst du eine andere Zahl. Der Deckungsbeitrag ist der Erlös minus die Kosten, die nur wegen dieses Auftrags anfallen, also Material, Fremdleistung und die Löhne, die du sonst nicht zahlen müsstest. Solange er positiv ist, trägt der Auftrag etwas an deine Fixkosten bei. Das KMU-Portal des Bundes rechnet auf demselben Weg den Mindestumsatz aus dem Deckungsbeitragssatz.

> Das ist eine Überlegung für die Lücke im Kalender, nicht für den Normalfall. Wer dauernd unter Vollkosten offeriert, deckt seine Fixkosten nie und merkt es erst beim Jahresabschluss. Und Kunden, die einmal den Lückenpreis bekommen haben, erwarten ihn beim nächsten Mal wieder.

## Was auf die Kundenrechnung gehört und was nicht

Die Gemeinkosten stecken im Stundenansatz und im Materialpreis. Eine eigene Zeile «Gemeinkosten 13 Prozent» auf der Kundenrechnung ist unüblich und lädt zum Streichen ein. Anders ist es dort, wo der Bauherr in seinen Bedingungen ausdrücklich verlangt, dass Zuschläge auf Lohn und Material getrennt ausgewiesen werden; dann hältst du dich an seine Vorgabe. Alle genannten Ansätze verstehen sich ohne Mehrwertsteuer, die kommt am Schluss auf den Rechnungsbetrag.

## Einmal im Jahr nachrechnen

1. **Nach dem Abschluss die vier Töpfe neu füllen** Sobald die Jahresrechnung steht, sortierst du den Aufwand erneut. Das dauert beim zweiten Mal eine Stunde, weil die Zuordnung schon einmal gemacht ist.
2. **Die verrechenbaren Stunden messen statt schätzen** Teile die freigegebenen Stunden auf Aufträgen durch die Anwesenheitsstunden. Das ergibt deinen tatsächlichen Anteil, und der weicht fast immer von der Annahme des Vorjahres ab.
3. **Die beiden Zuschlagssätze neu rechnen** Gemeinkosten je Stunde und Materialzuschlag in Prozent. Hat sich einer um mehr als einen Franken oder mehr als zwei Prozentpunkte bewegt, passt du die Preise an.
4. **Gegen die Nachkalkulation halten** Vergleiche bei einer Handvoll abgeschlossener Aufträge, was offeriert war und was es gekostet hat. Wo die Rechnung systematisch nicht aufgeht, liegt es fast nie am Gewinnzuschlag, sondern an zu optimistisch geschätzten Stunden.

## So macht es KIDESK

Deine Gemeinkosten kennt KIDESK nicht, die stehen in deiner Buchhaltung. Was KIDESK liefert, sind die Zahlen für die andere Seite der Rechnung: den Stundenbericht mit den freigegebenen Stunden je Person und Auftrag, den Katalog mit deinen Verkaufspreisen und die Auswertung der Einnahmen und Ausgaben. In den handwerklichen Branchen zeigt die Nachkalkulation je Auftrag, je Position und je Kapitel, was offeriert war und was es gekostet hat. Den Zuschlagssatz selbst rechnest du einmal im Jahr von Hand, mit dem Rechenweg oben.

- [Berichte und Auswertungen](https://kidesk.ch/funktionen/berichte)
- [Katalog und Preise](https://kidesk.ch/funktionen/katalog)

## Häufige Fragen

### Wie hoch ist ein üblicher Gemeinkostenzuschlag?

Es gibt keinen. Der Satz hängt davon ab, wie viel Infrastruktur dein Betrieb trägt und wie viele Stunden du verrechnest. Ein Betrieb mit Werkstatt, Lager und zwei Fahrzeugen kommt auf ein Vielfaches des Satzes einer Beraterin am Küchentisch. Zahlen aus Foren stammen meist aus anderen Ländern und anderen Kostenstrukturen.

### Gehört mein eigener Lohn in die Gemeinkosten?

Der Teil, den du im Büro verbringst, ja: Offerten, Disposition, Rechnungen, Mahnwesen und Einkauf sind Gemeinkosten. Die Stunden, die du auf einer Baustelle mitarbeitest, sind produktive Stunden und gehören in die verrechenbaren Stunden. Wer beides in einen Topf wirft, verteilt seinen Bürolohn auf zu viele Stunden und rechnet sich arm.

### Was mache ich, wenn ich noch kein volles Geschäftsjahr habe?

Plane die Gemeinkosten für zwölf Monate durch: Miete, Versicherungen, Fahrzeug, Software, Treuhand, Telefon, Weiterbildung, Werbung. Nimm für die verrechenbaren Stunden eine vorsichtige Zahl. Nach den ersten sechs Monaten rechnest du mit den echten Zahlen neu, statt ein Jahr lang mit der Schätzung zu leben.

### Sind Gemeinkosten dasselbe wie Fixkosten?

Nein, es sind zwei verschiedene Einteilungen. Gemeinkosten heisst «nicht einem Auftrag zuordenbar», Fixkosten heisst «fällt unabhängig von der Menge an». Vieles ist beides, etwa die Miete. Der Strom der Werkstatt ist Gemeinkosten, aber nicht fix. Für den Zuschlagssatz zählt die erste Einteilung, für die Frage nach dem Mindestumsatz die zweite.

### Muss ich die Gemeinkosten auch beim Material zuschlagen, wenn ich schon einen hohen Stundenansatz habe?

Ja, sonst finanzierst du das Materialgeschäft aus der Arbeit. Ein Auftrag mit CHF 20'000.00 Material und zwanzig Stunden bindet Kapital, Lagerplatz und Einkaufszeit, trägt über die Stunden aber fast nichts bei. Entscheidend ist nur, dass dieselben Kosten nicht in beiden Sätzen stecken.

### Ändert sich etwas, wenn ich nach Saldosteuersatz abrechne?

Für die Kalkulation nicht. Du rechnest immer mit Beträgen ohne Mehrwertsteuer. Der Unterschied liegt beim Vorsteuerabzug: Wer nach Saldosteuersatz abrechnet, zieht keine Vorsteuer je Beleg ab. Die Steuer wird auf das Entgelt samt Steuer gerechnet, und die Saldosteuersätze berücksichtigen dafür die branchenübliche Vorsteuerquote (MWSTG Art. 37 Abs. 2 und 3). Dadurch sind deine Einkaufskosten faktisch höher, und genau das gehört in die Töpfe 1 und 3.

## Quellen

- [SECO, KMU-Portal: Preisgestaltung, Kostenpreis und Gemeinkosten](https://www.kmu.admin.ch/de/preisgestaltung-den-preis-fuer-produkte-und-dienstleistungen-festlegen)
- [SECO, KMU-Portal: Betriebskalkulation und Deckungsbeitrag](https://www.kmu.admin.ch/de/betriebskalkulation-und-deckungsbeitrag)
- [SECO, KMU-Portal: Fallbeispiel für die korrekte Preisberechnung](https://www.kmu.admin.ch/de/fallbeispiel-fuer-die-korrekte-preisberechnung)
- [Obligationenrecht (OR), Art. 957: Pflicht zur Buchführung und Rechnungslegung](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#art_957)
- [Mehrwertsteuergesetz (MWSTG), Art. 37 Abs. 2 und 3: Abrechnung nach Saldosteuersätzen, branchenübliche Vorsteuerquote](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/615/de#art_37)
- [Bundesamt für Statistik: Arbeitskosten je geleistete Stunde](https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten/arbeitskosten.html)

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
