Regie oder Pauschale
In Regie heisst: abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand, Stunden und Material zum vereinbarten Ansatz. Das ist der Normalfall bei Störungen, Reparaturen, Servicearbeiten und überall dort, wo der Umfang vorher nicht feststeht.
Der Preis dafür ist der Nachweis. Bei einer Pauschale schuldest du ein Ergebnis, und wie lange du gebraucht hast, geht niemanden etwas an. In Regie schuldest du den Aufwand, und dann darf dein Kunde wissen, wofür jede Stunde draufgegangen ist. Der Rapport ist dieser Nachweis. Er ist kein Formular für die Ablage, sondern die Grundlage deiner Rechnung.
Sag deshalb schon bei der Annahme, dass in Regie gearbeitet wird, und nenne den Stundenansatz. Ein Kunde, der die Zahl auf dem Rapport zum ersten Mal sieht, diskutiert über den Ansatz statt über die Arbeit.
Was auf jeden Rapport gehört
- Datum, Kunde, Objekt und Auftragsbezug. Bei mehreren Liegenschaften desselben Kunden entscheidet die Adresse, welche Rechnung das später wird
- Je Person: von, bis und Pause. Nicht «6 Stunden», sondern 07:30 bis 12:00, Pause 30 Minuten. Zeitfenster lassen sich prüfen, eine Summe nicht
- Reisezeit getrennt von der Arbeitszeit, weil sie oft anders verrechnet wird
- Was ausgeführt wurde, in zwei bis vier Zeilen und in der Sprache des Kunden. «Diverse Arbeiten» ist keine Beschreibung, sondern eine Einladung zur Kürzung
- Material mit Menge und Einheit. Preise gehören nicht zwingend auf den Rapport, das Material aber schon, sonst taucht es auf der Rechnung aus dem Nichts auf
- Zuschläge als eigene Zeile, wenn abends, am Wochenende oder an einem Feiertag gearbeitet wurde
- Bemerkungen: was aufgefallen ist, was noch fehlt, was der Kunde zusätzlich bestellt hat. Diese Zeile ist im Nachhinein oft die wertvollste
- Unterschrift des Kunden, mit Datum
Die Vorlage
Der folgende Aufbau deckt den Regiefall ab und lässt sich für jedes Gewerk anpassen. Er ist bewusst so gegliedert, dass die Rechnung später Zeile für Zeile daraus entsteht.
REGIERAPPORT Nr. 2026-0451
Kunde Immobilien Beispiel AG
Objekt Seestrasse 18, 8280 Kreuzlingen
Auftrag Störung Heizung, Auftrag Nr. AU-2026-0233
Datum 11.06.2026
Mitarbeiter von bis Pause Arbeit Reise
Marco Frei 07:30 12:00 00:30 4.00 0.75
Luca Berger 07:30 12:00 00:30 4.00 0.75
Total 8.00 1.50
Arbeitsort Montage beim Kunden
Ausgeführt Umwälzpumpe ausgebaut, Lager defekt,
Ersatzpumpe montiert, Anlage entlüftet
und in Betrieb genommen.
Material Menge Einheit
Umwälzpumpe Typ 25/60 1 Stk.
Dichtungsset 1 Satz
Wärmeträgerflüssigkeit 8 Liter
Bemerkungen Ausdehnungsgefäss zeigt zu wenig Druck.
Offerte für Ersatz folgt.
Die aufgeführten Stunden und das Material wurden
so erbracht und bezogen.
Datum, Unterschrift Kunde ______________________Schreib den Rapport am selben Tag, nicht am Freitagabend für die ganze Woche. Was drei Tage später aus dem Gedächtnis rekonstruiert wird, ist ungenau, und Ungenauigkeiten gehen in der Regel zu deinen Lasten aus.
Angebrochene Viertelstunden
Verrechnet wird üblicherweise auf die Viertelstunde aufgerundet: aus 3 Stunden und 52 Minuten werden 4.00 Stunden, aus 1 Stunde und 3 Minuten werden 1.25 Stunden. Das ist verbreitet, fair und schnell erklärt, solange es in beide Richtungen konsequent angewendet wird und nicht nur dann, wenn es dir passt.
Zwei Dinge dazu. Erstens gehört die Regel in die Offerte oder auf den Rapport, in einem Satz: «Angebrochene Viertelstunden werden verrechnet.» Zweitens bleibt null Minuten null. Ein Einsatz, der nicht stattgefunden hat, wird nicht zur Viertelstunde, nur weil die Regel es rechnerisch hergäbe.
Eine Mindestverrechnung je Einsatz, etwa eine Stunde, ist ebenfalls üblich. Sie ist aber keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Vereinbarung, und gehört genauso angekündigt.
Reisezeit, Werkstatt, Montage
Drei Arten von Zeit fallen an, und sie werden selten gleich behandelt. Wer sie im selben Feld erfasst, kann sie später nicht mehr auseinandernehmen.
- Montagezeit beim Kunden, zum vereinbarten Ansatz
- Werkstattzeit im eigenen Betrieb: Vorbereitung, Zuschnitt, Reparatur am Werkstück. Oft ein eigener Ansatz, manchmal derselbe
- Reisezeit: entweder als eigener Ansatz, als Pauschale je Anfahrt oder mit Kilometern. Alle drei Modelle sind gebräuchlich, entscheide dich für eines und halte es im Betrieb überall gleich
Was du deinen Leuten für diese Zeiten schuldest, ist eine andere Frage als das, was du dem Kunden verrechnest. Beim Lohn gelten Arbeitsgesetz und, wenn dein Gewerk einen hat, der Gesamtarbeitsvertrag; bei Zuschlägen für Nacht und Wochenende gilt dasselbe. Was in deiner Branche gilt, erfährst du bei deinem Branchenverband. Für die Kundenseite hilft der Ratgeber zu den Zuschlägen.
Die Unterschrift
Eine Unterschrift auf dem Rapport ist der billigste Rechtsschutz, den es gibt. Sie bestätigt nicht die Qualität der Arbeit und schneidet keine Mängelrechte ab, sie hält fest, welche Stunden und welches Material erbracht wurden. Genau darüber wird gestritten.
Zwei Punkte machen sie belastbar. Erstens muss der Rapport zum Zeitpunkt der Unterschrift vollständig ausgefüllt sein. Ein Blankorapport ist wertlos. Zweitens muss die Summe, die unterschrieben wird, dieselbe sein, die später fakturiert wird. Wer fünf Stunden unterschreiben lässt und acht verrechnet, hat sich den Beweis selbst zerstört.
Ist niemand vor Ort, schickst du den Rapport noch am selben Tag per Mail mit der Bitte um kurze Bestätigung. Ein «passt so» in einer Antwortmail ist im Zweifel mehr wert als gar nichts.
So macht es KIDESK
Häufige Fragen
Was gehört zwingend auf einen Regierapport?
Datum, Kunde, Objekt und Auftragsbezug, je Person von, bis und Pause, die Reisezeit getrennt, eine verständliche Beschreibung der Arbeit, das Material mit Menge und Einheit sowie die Unterschrift des Kunden. Zuschläge gehören als eigene Zeile darauf, wenn abends, am Wochenende oder an einem Feiertag gearbeitet wurde.
Warum von und bis statt einer Stundenzahl?
Weil sich ein Zeitfenster prüfen lässt und eine Summe nicht. «07:30 bis 12:00, Pause 30 Minuten» beantwortet die Rückfrage, bevor sie kommt. «6 Stunden» lädt dazu ein, über die Zahl zu diskutieren.
Darf ich angebrochene Viertelstunden verrechnen?
Das ist verbreitet und in Ordnung, wenn du es ankündigst und in beide Richtungen konsequent anwendest. Ein Satz auf der Offerte oder dem Rapport genügt. Null Minuten bleiben allerdings null: ein Einsatz, der nicht stattgefunden hat, wird nicht zur Viertelstunde.
Wie verrechne ich die Reisezeit?
Üblich sind drei Modelle: ein eigener Stundenansatz, eine Pauschale je Anfahrt oder eine Verrechnung nach Kilometern. Alle drei sind gebräuchlich. Entscheide dich für eines, kündige es an und handhabe es im ganzen Betrieb gleich.
Was bringt die Unterschrift des Kunden?
Sie hält fest, welche Stunden und welches Material erbracht wurden, und genau darüber wird gestritten. Zwei Bedingungen machen sie belastbar: Der Rapport muss beim Unterschreiben vollständig ausgefüllt sein, und die unterschriebene Summe muss dieselbe sein, die später fakturiert wird.
Was, wenn niemand vor Ort unterschreiben kann?
Dann schickst du den Rapport noch am selben Tag per Mail mit der Bitte um kurze Bestätigung. Ein «passt so» in einer Antwortmail ist im Zweifel mehr wert als gar nichts. Was drei Tage später aus dem Gedächtnis rekonstruiert wird, geht meist zu deinen Lasten aus.
