Was die Treuhandstelle braucht
Deine Treuhänderin baut aus deinen Unterlagen die Buchhaltung. Dafür braucht sie zu jedem Franken, der auf dein Konto kommt oder es verlässt, einen Beleg und eine Zuordnung. Alles andere ist Nebensache.
- Die Belege: jede Lieferantenrechnung, jede Quittung, jede Spesenabrechnung. Lesbar, vollständig, mit Datum und Betrag
- Das Rechnungsjournal: alle Rechnungen, die du gestellt hast, mit Nummer, Datum, Kunde, Nettobetrag, Steuersatz und Bruttobetrag. Auch die stornierten und die gutgeschriebenen
- Die Zahlungen: welche Zahlung welche Rechnung erledigt hat. Ohne diese Verbindung muss sie es selbst rekonstruieren, und dafür rechnet sie Stunden ab
- Die Bankauszüge: alle Geschäftskonten, lückenlos über den ganzen Zeitraum. Lücken sind der häufigste Grund für Rückfragen
- Das Kassenbuch, wenn du mit Bargeld arbeitest
Übergabe an die Treuhandstelle, Quartal ___ / 20___
Belege und Aufwand
[ ] Alle Lieferantenrechnungen und Quittungen, als PDF oder Bild
[ ] Belege über CHF 400.00 mit UID des Lieferanten
[ ] Belege in Fremdwährung mit angewendetem Kurs
[ ] Spesen der Mitarbeiter, getrennt von den Firmenbelegen
Umsatz
[ ] Rechnungsjournal des Zeitraums, mit Nummer, Datum, Kunde,
Netto, MwSt-Satz, Brutto, Status
[ ] Gutschriften und Stornos, mit Begründung
[ ] Liste der offenen Rechnungen per Stichtag
Zahlungen
[ ] Kontoauszüge aller Geschäftskonten, lückenlos
[ ] Zahlungsjournal: welche Zahlung zu welcher Rechnung
[ ] Kassenbuch, falls Bargeld geführt wird
Sonstiges
[ ] Neue oder gekündigte Verträge: Leasing, Miete, Versicherung
[ ] Lohnunterlagen, falls die Löhne extern laufen
[ ] Offene Fragen, gesammelt auf einem BlattIn welchem Rhythmus
Der Rhythmus ergibt sich aus deiner Mehrwertsteuer-Abrechnung. Rechnest du nach der effektiven Methode ab, ist das in der Regel quartalsweise. Bei der Saldosteuersatz-Methode halbjährlich. Bist du gar nicht steuerpflichtig, genügt einmal im Jahr.
Trotzdem ist monatlich fast immer die bessere Idee, auch wenn abgerechnet wird nur alle drei Monate. Der Grund ist nicht die Treuhänderin, sondern du: Wer im November noch weiss, wofür die Quittung vom März war, ist eine seltene Erscheinung. Und wer monatlich liefert, sieht monatlich, wie er dasteht.
- Monatlich: Belege und Zahlungen. Klein, schnell, tut nicht weh
- Quartalsweise: das Paket für die Mehrwertsteuer, mit Rechnungsjournal und Bankauszügen
- Jährlich: alles, was für den Abschluss fehlt, dazu Verträge, Inventar und angefangene Arbeiten
- Vereinbart einen festen Termin, zum Beispiel den zehnten Werktag nach Quartalsende. Ein Termin ist besser als ein Vorsatz
Formate: CSV und PDF, sonst nichts
Buchhaltungsprogramme lesen Tabellen, keine Fotos von Tabellen. Für die Listen ist CSV das richtige Format: Banana, bexio, Sage 50 und Topal kommen damit zurecht, und die meisten anderen Programme ebenfalls. Für die Belege ist PDF das richtige Format, ein Bild tut es auch, solange man es lesen kann.
- Frag nach, welches Programm zum Einsatz kommt. Eine Spaltenreihenfolge, die zum Programm passt, spart auf beiden Seiten Arbeit
- Ein Beleg, eine Datei, sinnvoll benannt: Datum, Lieferant, Betrag. Ein PDF mit vierzig eingescannten Quittungen ist kein Geschenk
- Keine Fotos von Bildschirmen und keine Belege im Text einer Mail
- Aufbewahrt wird zehn Jahre, elektronisch zulässig, solange die Dokumente unverändert und lesbar bleiben (Geschäftsbücherverordnung, GeBüV). Was du übergibst, behältst du auch selbst
Die fünf häufigsten Rückfragen
Fast jede Rückfrage der Treuhandstelle lässt sich vorher erledigen. Diese fünf kommen am häufigsten.
- «Zu dieser Bankbuchung fehlt der Beleg.» Geh die Kontoauszüge vor der Übergabe einmal durch und such gezielt nach Buchungen ohne Beleg
- «Auf diesem Beleg fehlt die UID.» Über CHF 400.00 ist sie für den Vorsteuerabzug nötig, siehe den Ratgeber zum Vorsteuerabzug
- «Ist das privat oder geschäftlich?» Kennzeichne Privatbezüge sofort. Nichts kostet mehr Zeit als ein Privatanteil, den zwei Leute im Nachhinein schätzen
- «Dieser Beleg ist doppelt.» Kommt vor, wenn ein Lieferant mahnt und die Mahnung mitgescannt wird
- «Welcher Kurs gilt hier?» Bei Fremdwährungsbelegen den angewendeten Kurs dazuschreiben
Zugang statt Mailanhänge
Der übliche Weg ist eine Mail mit zwanzig Anhängen, einmal im Quartal. Er hat drei Probleme: Anhänge gehen verloren, niemand weiss, welcher Stand der aktuelle ist, und persönliche Daten liegen danach in zwei Postfächern.
Besser ist ein eigener, lesender Zugang zu deinem System. Die Treuhänderin holt sich, was sie braucht, wann sie es braucht. Du wirst nicht angerufen, sie wartet nicht. Und wenn sie etwas vermisst, kann sie es direkt anfordern, statt eine Mail zu schreiben, die du in drei Tagen liest.
So macht es KIDESK
Häufige Fragen
Was braucht meine Treuhänderin wirklich?
Zu jedem Franken, der auf dein Konto kommt oder es verlässt, einen Beleg und eine Zuordnung. Konkret: alle Lieferantenrechnungen und Quittungen, das Rechnungsjournal deiner gestellten Rechnungen, die Zuordnung der Zahlungen und die lückenlosen Bankauszüge aller Geschäftskonten. Dazu das Kassenbuch, falls du mit Bargeld arbeitest.
In welchem Rhythmus soll ich übergeben?
Der Rhythmus richtet sich nach deiner MwSt-Abrechnung: effektiv meist quartalsweise, beim Saldosteuersatz halbjährlich. Belege und Zahlungen übergibst du trotzdem besser monatlich, dann weisst du noch, wofür die Quittung war. Vereinbart einen festen Termin, zum Beispiel den zehnten Werktag nach Quartalsende.
In welchem Format?
Listen als CSV, Belege als PDF oder als lesbares Bild. Banana, bexio, Sage 50 und Topal lesen CSV, die meisten anderen Programme ebenfalls. Frag nach, welches Programm zum Einsatz kommt, dann kannst du die Spaltenreihenfolge passend liefern.
Wie vermeide ich Rückfragen?
Geh die Kontoauszüge vor der Übergabe durch und such gezielt nach Buchungen ohne Beleg. Kennzeichne Privatbezüge sofort, trag bei Belegen über CHF 400.00 die UID des Lieferanten nach und schreib bei Fremdwährungen den angewendeten Kurs dazu. Das sind die vier häufigsten Rückfragen überhaupt.
Ist ein eigener Zugang besser als Mailanhänge?
In den meisten Fällen ja. Anhänge gehen verloren, niemand weiss, welcher Stand aktuell ist, und deine Daten liegen danach in zwei Postfächern. Mit einem lesenden Zugang holt sich deine Treuhänderin, was sie braucht, und fordert Fehlendes direkt an.
Führt KIDESK meine Buchhaltung?
Nein, und das ist Absicht. KIDESK führt keine Finanzbuchhaltung, keine Bilanz und keinen Kontenplan. Es liefert die Vorleistung: Belege, Journale, Auswertungen und ein Export-Paket, dazu einen eigenen Lesezugang für die Treuhandstelle.
