Begriff

Marge: was vom Verkaufspreis bleibt.

Kurz gesagt

Die Marge ist der Unterschied zwischen Verkaufspreis und Einstandspreis, ausgedrückt in Prozent des Verkaufspreises. Kaufst du für CHF 900.00 ein und verkaufst für CHF 1'350.00, sind das CHF 450.00 Gewinn, also 33.33 Prozent Marge. Derselbe Betrag ist gleichzeitig 50 Prozent Aufschlag, weil der Aufschlag vom Einkaufspreis aus rechnet. Ein Gesetz, das den Begriff definiert, gibt es nicht: Marge ist ein Wort der Kalkulation, nicht des Rechts.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die Formel

Marge gleich Gewinn geteilt durch Verkaufspreis, mal 100. Der Gewinn ist dabei der Verkaufspreis minus die Kosten, die dieser Verkauf direkt verursacht hat: Einkaufspreis, Fracht, Zoll und alles, was du ohne diesen Auftrag nicht bezahlt hättest. Alle Beträge rechnest du ohne Mehrwertsteuer, sonst schlägst du auf die Steuer eine Marge auf, die dir nicht gehört.

Elektriker verrechnet eine Ladestation weiter
Einkauf beim Grosshändler, ohne MwSt
CHF 900.00
Verkauf an den Kunden, ohne MwSt
CHF 1'350.00
Unterschied
CHF 450.00
Aufschlag: 450.00 geteilt durch 900.00
50.00 %
Marge: 450.00 geteilt durch 1'350.00
33.33 %
Marge in Prozent des Verkaufspreises
33.33 %
Achtung: Marge und Aufschlag sind nie dieselbe Prozentzahl. Weil der Verkaufspreis grösser ist als der Einkaufspreis, ist die Marge immer die kleinere Zahl. Wer 30 Prozent Marge will und stattdessen 30 Prozent aufschlägt, landet bei 23.08 Prozent. Der Rechenweg steht in der Frage Marge oder Aufschlag.

Fünf Wörter, die im Gespräch dasselbe zu meinen scheinen

WortWie es gerechnet wirdIm Beispiel oben
MargeGewinn geteilt durch Verkaufspreis, in Prozent33.33 %
AufschlagGewinn geteilt durch Einkaufspreis, in Prozent50.00 %
DeckungsbeitragVerkaufspreis minus variable Kosten, in FrankenCHF 450.00
BruttogewinnNettoerlöse minus Materialaufwand über das ganze JahrZahl aus der Erfolgsrechnung
ReingewinnWas nach allen Kosten und Steuern übrig bleibtJahresgewinn des Betriebs
Die beiden letzten Zeilen stammen aus der Buchhaltung: Die Mindestgliederung der Erfolgsrechnung nach OR Art. 959b führt Nettoerlöse, Materialaufwand, Personalaufwand und übrigen betrieblichen Aufwand je einzeln auf. Das Wort Marge kommt dort nicht vor.

Im Alltag lohnt sich darum eine einzige Rückfrage: Prozent wovon? Sagt ein Lieferant, er gebe dir 25 Prozent Marge, meint er meist 25 Prozent Rabatt auf seine Listenpreise. Das ist für dich ein Einkaufsvorteil, noch kein Gewinn: Was bei dir bleibt, hängt davon ab, zu welchem Preis du weiterverkaufst.

Marge auf Material, Kostensatz auf Arbeit

Die Marge gehört auf zugekaufte Sachen und Fremdleistungen. Deine eigene Arbeitsstunde kalkulierst du nicht mit einem Aufschlag auf einen Einkaufspreis, weil es keinen gibt. Dort teilst du die Kosten des Betriebs durch die verrechenbaren Stunden und legst einen Gewinnzuschlag darauf, siehe Stundenansatz für Handwerker. Wer beides vermischt, macht Aufträge mit viel Material zu billig und reine Arbeitsaufträge zu teuer.

Margenbesteuerung ist etwas anderes

In der Mehrwertsteuer gibt es den Begriff Margenbesteuerung. Er hat mit der Kalkulation nichts zu tun. Nach MWSTG Art. 24a darf, wer Sammlerstücke wie Kunstgegenstände oder Antiquitäten gekauft hat, für die Steuerberechnung den Ankaufspreis vom Verkaufspreis abziehen, sofern auf dem Ankaufspreis keine Vorsteuer abgezogen wurde. Für Handwerk, Reinigung, Garage oder Beratung spielt diese Regel keine Rolle.

Wie viel Marge ist genug?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und wer eine nennt, hat sie meist aus einem fremden Betrieb. Die Frage ist immer dieselbe: Reicht die Summe aller Deckungsbeiträge eines Jahres, um die Fixkosten zu decken und darüber hinaus etwas übrig zu lassen? Das KMU-Portal des Bundes rechnet das an einem Beispiel vor: Bei einem Deckungsbeitragssatz von 30 Prozent und CHF 60'000.00 Fixkosten braucht der Betrieb mindestens CHF 200'000.00 Umsatz, nur um auf null zu kommen.

Häufige Fragen

Wie komme ich vom Einkaufspreis auf einen Verkaufspreis mit meiner Zielmarge?

Teile den Einkaufspreis durch (1 minus Zielmarge als Dezimalzahl). Für 25 Prozent Marge teilst du durch 0.75, für 33.33 Prozent durch 0.6667. Multiplizieren führt in die Irre: Einkauf mal 1.25 ergibt nur 20 Prozent Marge.

Ist die Marge dasselbe wie der Gewinn?

Nein. Die Marge einer Position ist nur der Beitrag, den diese Position an Löhne, Fahrzeug, Werkstatt und Versicherungen leistet. Der Gewinn des Betriebs entsteht erst, wenn alle Fixkosten eines Jahres gedeckt sind. Ein Betrieb kann auf jeder Position Marge machen und trotzdem ein Verlustjahr schreiben.

Rechne ich die Marge mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Ohne. Wer effektiv abrechnet, zieht die bezahlte Steuer als Vorsteuer wieder ab, für ihn ist sie weder Kosten noch Ertrag. Wer nach Saldosteuersatz abrechnet, zieht keine Vorsteuer einzeln ab, weil der Satz die branchenübliche Vorsteuer bereits berücksichtigt (MWSTG Art. 37 Abs. 3). Dort gehört die bezahlte Steuer in die Einkaufskosten.

Was bedeutet es, wenn ein Lieferant von 30 Prozent Marge spricht?

Fast immer meint er 30 Prozent Rabatt auf seine Listenpreise. Ob daraus bei dir 30 Prozent Marge werden, entscheidet dein Verkaufspreis. Verkaufst du zum Listenpreis, sind es tatsächlich 30 Prozent Marge und 42.86 Prozent Aufschlag; gibst du selbst Rabatt, wird es weniger.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

Alles erledigt, als Illustration im Markengrün

Oder du lässt das ab jetzt KIDESK erledigen.

Offerten, Rechnungen mit QR-Einzahlungsschein und Mahnungen kommen aus KIDESK fertig formuliert und gerechnet heraus. Die ersten 14 Tage kosten nichts und du musst keine Kreditkarte hinterlegen.