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Frage

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?

Kurz gesagt

Der Aufschlag rechnet vom Einkaufspreis nach oben, die Marge vom Verkaufspreis nach unten. Beide beschreiben denselben Gewinn in Franken, nur von zwei Seiten. Beispiel: Einkauf CHF 350.00, Verkauf CHF 490.00, Gewinn CHF 140.00. Das sind 40 Prozent Aufschlag und gleichzeitig 28.57 Prozent Marge. Weil der Verkaufspreis grösser ist als der Einkaufspreis, ist die Marge in Prozent immer kleiner als der Aufschlag. Wer 30 Prozent Marge will und 30 Prozent aufschlägt, erreicht nur 23.08 Prozent.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die zwei Formeln

  • Aufschlag = Gewinn geteilt durch Einkaufspreis, mal 100. Die Zahl sagt, wie viel du auf deinen Einkauf draufschlägst.
  • Marge = Gewinn geteilt durch Verkaufspreis, mal 100. Die Zahl sagt, wie viel von jedem eingenommenen Franken bei dir bleibt.
  • Umrechnung: Marge = Aufschlag geteilt durch (100 plus Aufschlag), mal 100. Umgekehrt: Aufschlag = Marge geteilt durch (100 minus Marge), mal 100.
Beschläge für einen Schreinerauftrag
Einkauf beim Lieferanten
CHF 350.00
Verkauf an den Kunden
CHF 490.00
Gewinn
CHF 140.00
Aufschlag: 140.00 geteilt durch 350.00
40.00 %
Marge: 140.00 geteilt durch 490.00
28.57 %
Zwei Prozentzahlen, derselbe Franken-Gewinn
CHF 140.00

Die vollständige Umrechnungstabelle steht im Marge- und Aufschlag-Rechner. Als Faustregel für den Alltag: Teile den Einkaufspreis durch (1 minus deine Zielmarge), dann hast du den Verkaufspreis direkt. Für 30 Prozent Marge also Einkauf geteilt durch 0.70.

Warum die Verwechslung teuer ist

Ziel: 30 Prozent Marge, Einkauf CHF 700.00
Falsch gerechnet: 700.00 mal 1.30
CHF 910.00
Erreichte Marge: 210.00 geteilt durch 910.00
23.08 %
Richtig gerechnet: 700.00 geteilt durch 0.70
CHF 1'000.00
Erreichte Marge: 300.00 geteilt durch 1'000.00
30.00 %
Fehlender Deckungsbeitrag je Position
CHF 90.00

Neunzig Franken klingen nach wenig. Bei 150 solchen Positionen im Jahr sind es CHF 13'500.00, und zwar genau der Teil des Geldes, der nach allen Kosten übrig bleiben sollte. Der Fehler fällt nicht auf, weil der Umsatz stimmt.

Wenn jemand «Marge» sagt, kann er vier Dinge meinen

BegriffWas gerechnet wirdWo er vorkommt
Marge auf einer PositionGewinn geteilt durch Verkaufspreis dieser PositionKalkulation einer Offerte
Bruttogewinn oder BruttomargeUmsatz minus Material- und Warenaufwand, in Franken oder Prozent vom UmsatzErfolgsrechnung, Gespräch mit der Treuhandstelle
DeckungsbeitragUmsatz minus variable Kosten, in Franken. Deckt die FixkostenBetriebsrechnung, Entscheid über einen Auftrag
Reingewinn oder GewinnmargeWas nach allen Kosten übrig bleibt, in Prozent vom UmsatzJahresabschluss
Frag im Zweifel nach der Grundlage: «Prozent wovon?» Dieselbe Prozentzahl bedeutet auf jeder Zeile etwas anderes.

Was ein Rabatt wirklich kostet

Rabatt wird vom Verkaufspreis abgezogen, der Einkaufspreis bleibt gleich. Deshalb frisst ein Rabatt nicht seinen Prozentsatz vom Gewinn, sondern deutlich mehr. Bei 30 Prozent Marge und 10 Prozent Rabatt bleibt von CHF 300.00 Deckungsbeitrag noch CHF 200.00 übrig: ein Drittel weg. Um denselben Betrag wieder hereinzuholen, brauchst du 50 Prozent mehr Menge.

RabattBei 20 % MargeBei 30 % MargeBei 40 % Marge
5 %33 % mehr Menge nötig20 % mehr14 % mehr
10 %100 % mehr50 % mehr33 % mehr
15 %300 % mehr100 % mehr60 % mehr
20 %Der ganze Deckungsbeitrag ist weg200 % mehr100 % mehr
Nötige Mehrmenge = Rabatt geteilt durch (Marge minus Rabatt). Angenommen ist, dass der Einkaufspreis gleich bleibt und keine zusätzlichen Fixkosten entstehen.
Skonto ist kein Rabatt für den Preis, sondern ein Abzug für schnelles Zahlen, und er wirkt genauso auf den Deckungsbeitrag. Wie du Skonto anbietest, ohne dich zu verrechnen, steht im Ratgeber Skonto richtig anbieten.

Material und Arbeit nie im selben Topf

Der Aufschlag gehört auf Material und zugekaufte Leistungen. Für die eigene Arbeit gilt eine andere Rechnung: Dort ergibt sich der Preis aus den Kosten je verrechenbare Stunde, siehe Stundenansatz für Handwerker. Wer den Materialaufschlag in den Stundenansatz mischt, macht Aufträge mit viel Material zu billig und reine Arbeitsaufträge zu teuer, und merkt es erst in der Nachkalkulation, wenn überhaupt.

Häufige Fragen

Wie komme ich vom Einkaufspreis direkt zum Verkaufspreis?

Teile den Einkaufspreis durch (1 minus deine Zielmarge als Dezimalzahl). Für 25 Prozent Marge teilst du durch 0.75, für 30 Prozent durch 0.70, für 40 Prozent durch 0.60. Das ist derselbe Rechenweg wie ein Aufschlag von 33.33, 42.86 beziehungsweise 66.67 Prozent, nur weniger fehleranfällig.

Ist die Marge dasselbe wie der Gewinn?

Nein. Die Marge auf einer Position ist der Bruttogewinn dieser Position, also vor Löhnen, Fahrzeug, Büro und Versicherungen. Der Gewinn des Betriebs bleibt erst übrig, wenn alle Fixkosten gedeckt sind. Ein Betrieb kann auf jeder Position Marge machen und trotzdem ein Verlustjahr schreiben.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist ein Frankenbetrag: Umsatz minus variable Kosten. Die Marge ist derselbe Gedanke in Prozent des Verkaufspreises. Beim Entscheid über einen einzelnen Auftrag zählt der Frankenbetrag, denn Fixkosten bezahlst du mit Franken und nicht mit Prozenten.

Rechne ich Marge mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Ohne. Einkaufspreise im Grosshandel sind in der Regel Nettopreise, und wer effektiv abrechnet, zieht die bezahlte Steuer als Vorsteuer wieder ab (MWSTG Art. 28). Für ihn ist die Steuer weder Kosten noch Ertrag. Wer nach Saldosteuersatz abrechnet, zieht keine Vorsteuer ab, weil der Satz die branchenübliche Vorsteuerquote pauschal berücksichtigt (MWSTG Art. 37 Abs. 3); dort gehört die bezahlte Steuer in die Einkaufskosten. Wer einen Bruttopreis mit dem Kalkulationsfaktor multipliziert, schlägt versehentlich auch auf die Steuer auf.

Wie viel Rabatt kann ich mir leisten?

Rechne mit der Formel: nötige Mehrmenge gleich Rabatt geteilt durch (Marge minus Rabatt). Liegt deine Marge bei 25 Prozent, kosten dich 10 Prozent Rabatt zwei Drittel mehr Menge für denselben Deckungsbeitrag. Sinnvoll ist ein Rabatt dort, wo auch deine Kosten sinken, etwa bei einem grossen Auftrag ohne zusätzliche Anfahrten.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Betriebe und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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