Begriff

Rechtsöffnung: der Weg am Rechtsvorschlag vorbei.

Kurz gesagt

Die Rechtsöffnung ist der Gerichtsentscheid, der einen Rechtsvorschlag beseitigt, damit die Betreibung weitergehen kann. Zwei Arten: definitive Rechtsöffnung mit einem vollstreckbaren gerichtlichen Entscheid oder einer gleichgestellten Verfügung (Art. 80 SchKG), provisorische Rechtsöffnung mit einer öffentlichen Urkunde oder einer durch Unterschrift bekräftigten Schuldanerkennung (Art. 82 SchKG). Zuständig ist das Gericht am Betreibungsort. Es gibt dem Betriebenen sofort Gelegenheit zur Stellungnahme und eröffnet danach innert fünf Tagen den Entscheid (Art. 84 SchKG). Hast du keinen solchen Titel, bleibt nur die ordentliche Klage (Art. 79 SchKG).

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Wozu es die Rechtsöffnung braucht

Erhebt dein Kunde nach dem Zahlungsbefehl Rechtsvorschlag, steht die Betreibung still. Das Betreibungsamt darf nichts mehr tun, und es prüft auch nicht, wer recht hat. Weiter kommst du nur mit einem vollstreckbaren Entscheid, der den Rechtsvorschlag ausdrücklich beseitigt (Art. 79 SchKG). Genau das ist die Rechtsöffnung. Was der Rechtsvorschlag selbst ist, steht unter Rechtsvorschlag.

Definitiv oder provisorisch

ArtWas du vorlegstWas der Betriebene noch einwenden kannGrundlage
Definitive RechtsöffnungVollstreckbarer Entscheid eines Schweizer Gerichts oder einer Verwaltungsbehörde, gerichtlicher Vergleich, gerichtliche Schuldanerkennung, vollstreckbare öffentliche UrkundeBei einem Entscheid nur noch mit Urkunden: Tilgung oder Stundung seit dem Entscheid, oder die Verjährung. Bei einer vollstreckbaren öffentlichen Urkunde zusätzlich alle sofort beweisbaren EinwendungenArt. 80 und 81 SchKG
Provisorische RechtsöffnungÖffentliche Urkunde oder durch Unterschrift bekräftigte SchuldanerkennungAlle Einwendungen, die die Schuldanerkennung entkräften, wenn er sie sofort glaubhaft machtArt. 82 SchKG
Kein Titel vorhandenNichts davon: Der Anspruch wird im Zivilprozess oder im Verwaltungsverfahren geltend gemachtAlles, der ganze Streit wird geführtArt. 79 SchKG
Welche Papiere aus dem Handwerksalltag als Schuldanerkennung taugen, steht unter Schuldanerkennung.

Der Ablauf

  1. Gesuch beim Gericht am Betreibungsort

    Über das Gesuch entscheidet das Gericht am Betreibungsort (Art. 84 Abs. 1 SchKG). Beigelegt werden der Zahlungsbefehl mit dem Vermerk des Rechtsvorschlags und der Titel, also der unterschriebene Vertrag, die Vereinbarung oder das Urteil.

  2. Stellungnahme des Betriebenen

    Das Gericht gibt ihm sofort nach Eingang des Gesuchs Gelegenheit, sich mündlich oder schriftlich zu äussern. Das Verfahren ist eine betreibungsrechtliche Summarsache und läuft deshalb schneller als ein gewöhnlicher Prozess (Art. 251 Bst. a ZPO).

  3. Entscheid innert fünf Tagen

    Nach der Stellungnahme eröffnet das Gericht seinen Entscheid innert fünf Tagen (Art. 84 Abs. 2 SchKG). Bis das Gesuch behandelt ist, vergehen je nach Gericht trotzdem Wochen.

  4. Nach der provisorischen Rechtsöffnung: 20 Tage abwarten

    Der Betriebene kann innert 20 Tagen auf Aberkennung der Forderung klagen (Art. 83 Abs. 2 SchKG). Tut er das nicht oder wird die Klage abgewiesen, wird die Rechtsöffnung definitiv, und du kannst die Betreibung fortsetzen.

Was es kostet

Die Entscheidgebühr richtet sich nach dem Streitwert (Art. 48 GebV SchKG): bis CHF 1'000.00 sind es CHF 40.00 bis CHF 150.00, über CHF 1'000.00 bis CHF 10'000.00 CHF 50.00 bis CHF 300.00, über CHF 10'000.00 bis CHF 100'000.00 CHF 60.00 bis CHF 500.00. Dazu kommen Parteikosten und, wenn du dich vertreten lässt, das Anwaltshonorar. Vorschiessen musst du die Gerichtskosten, ersetzt bekommst du sie nur, wenn du gewinnst und dein Kunde zahlungsfähig ist.

Achtung: Die Frist für das Fortsetzungsbegehren erlischt ein Jahr nach der Zustellung des Zahlungsbefehls. Während eines Rechtsöffnungs- oder Gerichtsverfahrens steht sie still (Art. 88 Abs. 2 SchKG). Wer nach gewonnener Rechtsöffnung liegen lässt, kann trotzdem in diese Frist laufen.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Rechtsöffnungsgesuch eine Anwältin?

Vorgeschrieben ist sie nicht, das Verfahren läuft als Summarsache und viele Gerichte haben Formulare. Bei grösseren Beträgen oder wenn dein Titel wacklig ist, lohnt sich eine Fachperson trotzdem: Ein abgewiesenes Gesuch kostet dich Gebühr, Zeit und unter Umständen eine Parteientschädigung.

Was ist der Unterschied zwischen provisorisch und definitiv?

Die Quelle des Titels. Definitiv gibt es nur mit einem vollstreckbaren Entscheid eines Gerichts oder einer Behörde, dagegen kann der Schuldner fast nichts mehr vorbringen. Provisorisch gibt es mit einer unterschriebenen Schuldanerkennung, und der Schuldner kann danach noch innert 20 Tagen auf Aberkennung klagen.

Reicht meine Rechnung als Titel für die Rechtsöffnung?

Nein. Art. 82 SchKG verlangt eine durch Unterschrift bekräftigte Schuldanerkennung, und deine Rechnung trägt nur deine eigene Unterschrift. Was genügt, ist zum Beispiel eine vom Kunden unterschriebene Offerte, ein unterzeichneter Rapport mit Betrag oder eine Abzahlungsvereinbarung. Bei der Offerte musst du zusätzlich zeigen, dass du deine Leistung erbracht hast.

Wie lange dauert es von der Betreibung bis zum Geld?

Ohne Rechtsvorschlag kannst du frühestens 20 Tage nach der Zustellung des Zahlungsbefehls die Fortsetzung verlangen. Mit Rechtsvorschlag und Rechtsöffnung kommen mehrere Wochen bis Monate dazu, je nach Gericht, und bei einer Aberkennungsklage nochmals deutlich mehr.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

Alles erledigt, als Illustration im Markengrün

Oder du lässt das ab jetzt KIDESK erledigen.

Offerten, Rechnungen mit QR-Einzahlungsschein und Mahnungen kommen aus KIDESK fertig formuliert und gerechnet heraus. Die ersten 14 Tage kosten nichts und du musst keine Kreditkarte hinterlegen.