Begriff

Regie kurz definiert.

Kurz gesagt

«In Regie» heisst: Die Arbeit wird nach tatsächlichem Aufwand vergütet, nicht zu einem vorher festgelegten Preis. Verrechnet werden Stunden je Person, Material, Geräte und Fremdleistungen zu vereinbarten Ansätzen. Ist gar kein Preis oder nur ein ungefährer abgemacht, setzt ihn das Gesetz nach dem Wert der Arbeit und den Aufwendungen des Betriebs fest (OR Art. 374). Der Nachweis ist der Rapport, am besten vom Besteller unterschrieben.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die Wortfamilie, sortiert

Rund um das Wort hat sich ein halbes Dutzend Begriffe gebildet, die im Alltag durcheinandergeraten. Sie bezeichnen verschiedene Dinge.

BegriffWas damit gemeint ist
Regie oder «in Regie»Die Abrechnungsart: nach Aufwand statt zum festen Preis
RegiearbeitDie einzelne Leistung, die so abgerechnet wird, etwa eine Störungsbehebung
RegieansatzDer vereinbarte Preis einer Arbeitsstunde, meist gestaffelt nach Funktion
RegierapportDas Blatt, auf dem Stunden, Material und Geräte festgehalten und unterschrieben werden
RegierechnungDie Rechnung, die aus den Rapporten entsteht, oft getrennt von der Hauptrechnung
RegiepauschaleEin Widerspruch in sich. Gemeint ist meist ein Zuschlag oder eine Anfahrtspauschale neben den Regiestunden

Regie ist keine Bestellungsänderung und kein Nachtrag

Diese drei werden am häufigsten verwechselt, und die Verwechslung kostet Geld. Regie sagt, wie abgerechnet wird. Nachtrag und Bestellungsänderung sagen, dass zusätzliche oder andere Leistungen dazukommen. Eine zusätzliche Leistung kann pauschal offeriert oder in Regie ausgeführt werden. Umgekehrt ist nicht jede Regiestunde ein Nachtrag: Wenn der Vertrag von Anfang an Arbeiten nach Aufwand vorsieht, ist die Regiestunde einfach die vereinbarte Leistung.

Achtung: Nachträge zum Vertrag lässt du vor der Ausführung bestätigen, Regiestunden nach der Ausführung unterschreiben. Wer das vertauscht, hat am Schluss unterschriebene Stunden für eine Leistung, die niemand bestellt hat.

Im Gesetz und in der Norm

Das Obligationenrecht kennt das Wort Regie nicht. Es kennt nur die Gegenüberstellung von festem Preis (OR Art. 373) und nicht oder nur ungefähr bestimmtem Preis (OR Art. 374). Ist die SIA 118 vereinbart, hat sie für Regiearbeiten eigene Regeln (Art. 44 bis 57): Anordnung durch die Bauleitung, Rapportpflicht, Ansätze und Zuschläge. Ohne diese Vereinbarung gilt allein, was ihr selbst abgemacht habt, und beweisen musst du es. Wie du daraus eine haltbare Rechnung machst, steht im Ratgeber Regiearbeiten sauber abrechnen.

Typische Fehler mit dem Begriff

  • «Machen wir in Regie» ohne Ansatz. Ohne vereinbarten Stundenansatz streitet ihr später über den Wert der Arbeit statt über eine Zahl.
  • Regie gegenüber der falschen Person anordnen lassen. Wer auf der Baustelle Anweisungen gibt, darf noch lange nicht in deinem Sinn bestellen. Halte fest, wer für den Kunden Regie anordnen darf.
  • Material und Geräte vergessen. Regie ist nicht nur Zeit. Verbrauchsmaterial, Maschinenstunden und Entsorgung gehören in die Abrede, sonst streitet ihr darüber, ob sie im Stundenansatz enthalten sind.

Häufige Fragen

Ist Regie für den Kunden teurer als eine Pauschale?

Nicht zwingend. Bei der Pauschale trägst du das Risiko für Mehraufwand und rechnest darum einen Zuschlag ein. In Regie zahlt der Kunde genau das, was anfällt, dafür kennt er die Endsumme vorher nicht. Teuer wird Regie dort, wo niemand den Aufwand begrenzt.

Darf ich einfach in Regie abrechnen, wenn nichts abgemacht wurde?

Wenn kein Preis oder nur ein ungefährer bestimmt wurde, wird die Vergütung nach dem Wert der Arbeit und deinen Aufwendungen festgesetzt (OR Art. 374). Das ist faktisch eine Abrechnung nach Aufwand. Beweisen musst du den Aufwand aber selbst, und ohne Rapport wird das schwierig.

Zählt die Fahrzeit zu den Regiestunden?

Das entscheidet eure Abrede. Viele Unternehmen führen die Anfahrt als eigene Position oder als Pauschale je Einsatz. Schreib beides in die Offerte, sonst diskutierst du bei jeder Rechnung neu. Mehr dazu unter Fahrzeit und Anfahrt verrechnen.

Kann ein Auftrag teils pauschal und teils in Regie laufen?

Ja, und das ist der Normalfall. Der offerierte Umfang läuft zur Pauschale oder zum Einheitspreis, unvorhersehbare Arbeiten laufen in Regie. Wichtig ist die Grenze dazwischen: Sie gehört in die Offerte, sonst wird jede Stunde zur Verhandlung.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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