Frage

Mit wie vielen verrechenbaren Stunden pro Jahr kann ich rechnen?

Kurz gesagt

Eine amtliche Zahl dafür gibt es nicht, aber einen Rechenweg. Das Jahr 2026 hat 261 Werktage von Montag bis Freitag. Nach Feiertagen, fünf Wochen Ferien und rund acht Absenztagen bleiben etwa 220 Anwesenheitstage, bei einer 42-Stunden-Woche also rund 1'848 Stunden. Verrechenbar ist davon nur der Teil, den ein Kunde bezahlt: je nach Gewerk 65 bis 80 Prozent, im Beispiel unten 1'386 Stunden. Bei Inhaberinnen und Inhabern liegt der Anteil meist deutlich tiefer.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die Rechnung in vier Abzügen

Zwischen dem Kalender und der Rechnung an den Kunden liegen vier Abzüge. Die ersten drei kosten dich Anwesenheit, der vierte kostet dich Umsatz, und genau dieser vierte wird beim Kalkulieren am häufigsten vergessen.

Angestellter Monteur, 42-Stunden-Woche, Jahr 2026
Werktage 2026, Montag bis Freitag
261 Tage
./. Feiertage, die auf einen Werktag fallen (Annahme)
8 Tage
./. Ferien, fünf Wochen
25 Tage
./. Krankheit und Unfall (Erfahrungswert)
8 Tage
Anwesenheitstage
220 Tage
Anwesenheit in Stunden: 220 mal 8.4
1'848 h
./. nicht verrechenbarer Anteil, 25 Prozent
462 h
Verrechenbare Stunden im Jahr
1'386 h

Die Zahl der Feiertage ist eine Annahme, weil sie vom Kanton abhängt. Gleichgestellt sind dem Sonntag der Bundesfeiertag und höchstens acht weitere Feiertage, die jeder Kanton selbst festlegt und sogar nach Kantonsteilen verschieden ansetzen darf (Arbeitsgesetz, ArG, Art. 20a Abs. 1). Wie viele davon in einem bestimmten Jahr auf einen Werktag fallen, siehst du nur im Kalender deines Kantons.

Ferien und Absenzen: was du einsetzen kannst

AbzugWie vielGrundlage
FerienMindestens vier Wochen pro Dienstjahr, bis zum vollendeten 20. Altersjahr mindestens fünf WochenOR Art. 329a Abs. 1
Ferien in der PraxisVollzeitangestellte in der Schweiz hatten 2025 im Schnitt 5.2 Wochen, bei den 20- bis 49-Jährigen 5.0 WochenBFS, Arbeitsvolumenstatistik 2025
Krankheit und Unfall2025 im Schnitt 8.2 Tage pro Arbeitsstelle, im Baugewerbe 10.1 Tage, in Verkehr und Lagerei 9.8 TageBFS, Arbeitsvolumenstatistik 2025
FeiertageBundesfeiertag plus höchstens acht kantonale TageArG Art. 20a Abs. 1
WochenarbeitszeitGesetzliche Höchstarbeitszeit 45 Stunden in industriellen Unternehmen und für Büropersonal, technische und andere Angestellte, 50 Stunden für alle übrigen Arbeitnehmer. Wie lang deine Woche ist, steht im Vertrag oder im GAVArG Art. 9 Abs. 1
Die Absenztage sind ein Durchschnitt über alle Unternehmen. In einem Betrieb mit fünf Personen entscheidet ein einziger längerer Ausfall mehr als jede Statistik. Rechne mit deinem eigenen Wert, sobald du drei Jahre erfasst hast.

Von der Anwesenheit zur verrechenbaren Stunde

Anwesenheit ist nicht Umsatz. Ein Teil jeder Woche geht für Arbeit drauf, die niemand bezahlt, und dieser Teil ist grösser, als es sich anfühlt. Die folgende Woche ist gerechnet, nicht geschätzt: Sie ergibt genau die 75 Prozent aus dem Beispiel oben.

Was in der Woche anfälltStundenVerrechenbar?
Arbeit beim Kunden31.5Ja
Offerten, Telefon, Baustellenbesuche2.0Nein
Rapporte, Rechnungen, Büro1.5Nein
Material holen und rüsten2.0Nein
Fahrten, die nicht verrechnet werden3.0Nein
Fahrzeug, Werkzeug, Lager1.0Nein
Sitzung, Weiterbildung, Garantiearbeit1.0Nein
Total 42.0 Stunden, davon 31.5 verrechenbar, also 75 Prozent. Über 44 Anwesenheitswochen sind das 1'386 Stunden. Wer Fahrzeit verrechnet, verschiebt drei Stunden pro Woche in die obere Zeile und kommt auf einen deutlich höheren Anteil.
Anteil verrechenbarStunden im JahrUnterschied zu 75 ProzentBei einem Ansatz von CHF 105.00
65 %1'201 h185 h wenigerCHF 19'425.00 weniger Umsatz
70 %1'294 h92 h wenigerCHF 9'660.00 weniger Umsatz
75 %1'386 hGrundlageGrundlage
80 %1'478 h92 h mehrCHF 9'660.00 mehr Umsatz
Immer dieselben 1'848 Stunden Anwesenheit. Fünf Prozentpunkte Produktivität sind in diesem Beispiel fast zehntausend Franken wert, ohne dass du den Stundenansatz anfasst.

Die Inhaberin ist der Sonderfall

Wer den Betrieb führt, hat den tiefsten Anteil verrechenbarer Stunden. Offerten, Disposition, Einkauf, Personal, Reklamationen und Buchhaltung lassen sich nicht verrechnen und verschwinden auch nicht. In kleinen Unternehmen landen dadurch schnell nur noch 500 bis 900 Stunden im Jahr auf einer Kundenrechnung. Rechne den Inhaber deshalb getrennt, nicht mit demselben Anteil wie die Monteure. Wie das den Satz verändert, zeigt der Stundenansatz für Handwerker.

Was der Bund als Beispiel rechnet

Eine Statistik über verrechenbare Stunden je Gewerk gibt es in der Schweiz nicht. Was es gibt, ist ein Fallbeispiel des KMU-Portals des Bundes. Dort kommt ein Betrieb «nach Abzug der Sonn- und Feiertage, der Urlaubstage und sonstiger Fehlzeiten (Beispiel: Krankheit) auf rund 1'700 Stunden pro vollbeschäftigte Person» und teilt die Jahreskosten durch diese Zahl. Beachte, was dort abgezogen ist und was nicht: Die unproduktive Zeit im Betrieb ist in den 1'700 Stunden noch enthalten. Wer diesen Abzug auslässt, rechnet seinen Satz zu tief.

Achtung: Miss deinen Anteil, statt ihn zu schätzen. Ein Quartal Zeiterfassung genügt: alle Stunden erfassen, jede Stunde einem Auftrag oder der Rubrik Betrieb zuordnen, am Schluss teilen. Die Zahl, die dabei herauskommt, ist für deine Kalkulation mehr wert als jeder Branchenwert aus dem Internet.

So macht es KIDESK

In KIDESK trägst du Stunden mit Datum, von, bis, Pause und Reisezeit ein, auf dem Handy oder am Computer. Eine Stoppuhr gibt es nicht. Freigegebene Stunden sind gesperrt. Am Auftrag siehst du die Stunden dieses Auftrags, unter Berichte die erfassten Stunden je Person. Den Anteil verrechenbarer Stunden kann KIDESK daraus nur zeigen, wenn du auch die unproduktive Zeit erfasst: Was nie eingetragen wird, taucht in keiner Auswertung auf.

Stunden erfassen und freigeben Berichte in KIDESK

Häufige Fragen

Wie viele Arbeitstage hat das Jahr 2026?

261 Tage von Montag bis Freitag. Davon gehen die Feiertage ab, die auf einen Werktag fallen. Wie viele das sind, hängt vom Kanton ab: Gleichgestellt sind der Bundesfeiertag und höchstens acht weitere kantonale Feiertage.

Muss ich Ferien und Feiertage in den Stundenansatz einrechnen?

Ja. Bezahlte Abwesenheit ist Lohnaufwand, der im Jahr anfällt, ohne Umsatz zu erzeugen. Getragen wird er von den Stunden, die du verrechnest. Genau deshalb liegt der nötige Stundenansatz immer deutlich über dem Stundenlohn, den du zahlst.

Zählt die Fahrzeit zu den verrechenbaren Stunden?

Nur, wenn du sie dem Kunden tatsächlich in Rechnung stellst und das mit ihm vereinbart hast. Rechnest du sie nicht, gehört sie zur unproduktiven Zeit und drückt deinen Anteil. Beides ist zulässig, aber nur eines von beidem: siehe Fahrzeit und Anfahrt verrechnen.

Wie rechne ich mit Lernenden?

Getrennt. Lernende sind an Schul- und Kurstagen nicht im Betrieb und arbeiten langsamer als ausgebildete Berufsleute. Setze für sie weniger Anwesenheitstage und einen tieferen Anteil verrechenbarer Stunden an, und verrechne ihre Stunden zu einem eigenen, tieferen Ansatz.

Wie messe ich meinen Anteil verrechenbarer Stunden?

Erfasse während eines Quartals wirklich alle Stunden und ordne jede einem Auftrag oder dem Betrieb zu. Teile am Schluss die Auftragsstunden durch die Anwesenheitsstunden. Wiederhole das einmal im Jahr, am besten nach dem Abschluss mit der Treuhandstelle, dann stimmen Kosten und Stunden aus derselben Periode.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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