Begriff

Einheitspreis: Preis je Einheit, Menge offen.

Kurz gesagt

Beim Einheitspreis vereinbart ihr den Preis je Mengeneinheit, also je Quadratmeter, Laufmeter, Stück, Kilogramm oder Stunde, und nicht die Endsumme. Bezahlt wird die Menge, die wirklich ausgeführt wurde, festgestellt durch das Ausmass. Das Mengenrisiko trägt damit der Bauherr, das Preisrisiko trägst du: Dein Ansatz gilt auch dann, wenn die Arbeit mehr Aufwand macht als gedacht. Die Norm SIA 118 behandelt den Einheitspreis in Art. 39 und stellt ihm Global- und Pauschalpreis gegenüber (Art. 40 und 41). Ohne Norm gilt das Obligationenrecht: fester Preis nach OR Art. 373, sonst Festsetzung nach dem Wert der Arbeit nach Art. 374.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die drei Preisarten im Vergleich

PreisartWas vereinbart istWer trägt das Mengenrisiko
EinheitspreisDer Preis je Einheit. Die Endsumme ergibt sich aus dem AusmassDer Bauherr
GlobalpreisEin fester Betrag für einen beschriebenen LeistungsumfangDer Unternehmer
PauschalpreisEin fester Betrag, ohne TeuerungsabrechnungDer Unternehmer, dazu das Teuerungsrisiko
Ein Vertrag darf mehrere Preisarten mischen; die SIA 118 hat dafür einen eigenen Artikel (Art. 42). Der häufige Fall im Handwerk: Der ausgeschriebene Umfang läuft zu Einheitspreisen, unvorhersehbare Arbeiten laufen in Regie.

Vorausmass ist keine Zusage

Im Leistungsverzeichnis steht neben jeder Position eine Menge. Das ist das Vorausmass, nach der Beschreibung von CRB «ein vom Planer aufgrund von Plänen ermitteltes und im Leistungsverzeichnis eingesetztes Ausmass». Für die Abrechnung werden die am Bau gemessenen Mengen verwendet. Anders ist es bei einer Festmenge: Dort wird die Menge aus dem Verzeichnis abgerechnet, auch wenn am Bau etwas anderes herauskommt. Prüfe in der Mengenspalte, welche Art angegeben ist, bevor du kalkulierst.

Malerarbeit: dieselbe Position, zwei Mengen
Einheitspreis Deckenanstrich, zweimal deckend
CHF 24.80 je m2
Vorausmass im Leistungsverzeichnis
310.000 m2
Offertsumme dieser Position
CHF 7'688.00
Ausmass nach der Ausführung
346.500 m2
Abrechnung dieser Position
CHF 8'593.20
Mehr als offeriert, ohne Nachtrag
CHF 905.20

Die Rechnung geht auf: 310.000 mal CHF 24.80 sind CHF 7'688.00, und 346.500 mal CHF 24.80 sind CHF 8'593.20. Umgekehrt funktioniert es genauso: Sinkt die Menge, sinkt deine Vergütung, und deine Fixkosten sinken nicht mit. Für veränderte Mengen hat die SIA 118 im Kapitel zur Bestellungsänderung eigene Artikel: «Veränderte Mengen» (Art. 86) und «Fehlen von Einheitspreisen; veränderte Ausführungsvoraussetzungen» (Art. 87). Was dort gilt, liest du im Normtext.

Was im Einheitspreis inbegriffen ist

Das entscheidet nicht der gesunde Menschenverstand, sondern das Papier. In einem NPK-Kapitel steht der Abschnitt 000 «Bedingungen» am Anfang, und darin die Unterabschnitte 010 Vergütungsregelungen, 020 Ausmassbestimmungen und 030 Begriffe, Abkürzungen, Verständigung. Dort steht, was zum Einheitspreis gehört und wie gemessen wird: Abdecken, Reinigen, Entsorgen, Gerüst, Verschnitt, Rohbau- oder Fertigmass, Abzüge für Öffnungen. Wer diese Seiten überspringt, kalkuliert eine andere Leistung als die ausgeschriebene.

Achtung: Ein Einheitspreis ist kein Endpreis. Sag das dem Privatkunden vor dem Auftrag, schriftlich, und nenne die Einheit sowie die Regel, nach der gemessen wird. Wer eine Zahl garantieren will, braucht einen Pauschal- oder Globalpreis und rechnet das Mengenrisiko ein, siehe Pauschalpreis oder nach Aufwand.

Wie du Einheitspreise kalkulierst, steht unter Stundenansatz im Handwerk und Gemeinkosten und Zuschläge. Wie du sie nach der Ausführung abrechnest, unter Ausmass erstellen.

Häufige Fragen

Kann ich einen Einheitspreis nachträglich erhöhen?

Den vereinbarten Ansatz nicht, denn genau das ist die Zusage beim Einheitspreis. Ändert der Bauherr die Bestellung oder ändern sich die Ausführungsvoraussetzungen, ist das etwas anderes: Dann geht es um einen neuen Preis für eine veränderte Leistung, und der gehört vor der Ausführung schriftlich vereinbart, siehe Nachtrag anmelden.

Was ist der Unterschied zwischen Einheitspreis und Stundenansatz?

Der Stundenansatz ist ein Einheitspreis, dessen Einheit die Arbeitsstunde ist. Der Unterschied liegt im Nachweis: Bei Quadratmetern beweist das Ausmass die Menge, bei Stunden der Rapport. Darum braucht die Abrechnung nach Stunden unterschriebene Rapporte, siehe Regiearbeiten sauber abrechnen.

Gilt der Einheitspreis auch für kleine Restmengen?

Nur, wenn nichts anderes vereinbart ist. Viele NPK-Kapitel und Verträge kennen Mindestmengen, Zuschläge für erschwerte Bedingungen oder eigene Positionen für Kleinflächen. Steht davon nichts im Devis, gehört der Hinweis in deine Offerte, sonst rechnest du zwei Quadratmeter zum Preis von zweihundert ab.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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