Was eine Zahlung zur SEPA-Zahlung macht
In den Schweizer Zahlungsstandards ist SEPA eine eigene Zahlungsart. Damit ein Auftrag darunter fällt, müssen mehrere Bedingungen zusammenkommen.
- Euro. Die Zahlungsart kann nur in Euro ausgeführt werden. Franken, Dollar und Pfund laufen über die Zahlungsart für Ausland und Fremdwährung.
- IBAN. Die Verwendung der IBAN ist zwingend. Eine Kontonummer in anderer Form reicht nicht.
- Geteilte Spesen. Jede Seite zahlt die Gebühren ihrer eigenen Bank. Die Zahlungsstandards lassen nur die Angaben «geteilt» (SHAR) und «nach der Regel des Verfahrens» (SLEV) zu; fehlt die Angabe, gilt geteilt als Standard.
- Beide Institute machen mit. Sowohl die Bank des Zahlers als auch die des Empfängers muss am SEPA-Überweisungsverfahren teilnehmen. Ein Auftrag, der diese Bedingungen nicht erfüllt, kann als gewöhnliche Auslandzahlung ausgeführt werden, mit anderen Spesen und anderer Dauer.
Was das für deine Rechnung an einen EU-Kunden heisst
Rechnest du deinem deutschen oder österreichischen Kunden in Euro, ist die SEPA-Zahlung für ihn der billigste Weg. Damit sie klappt, braucht er deine IBAN. Den BIC verlangt das Verfahren nicht, viele E-Banking-Masken fragen aber danach: Setz ihn darum trotzdem auf die Rechnung. Dass dein Kunde den QR-Einzahlungsschein einlesen kann, darfst du nicht voraussetzen; er ist auf Konten mit dem Ländercode CH oder LI ausgelegt und in ausländischen E-Banking-Systemen meist nicht vorgesehen.
SEPA-Lastschrift und SEPA-Sofortzahlung
Neben der Überweisung kennt der Raum zwei weitere Verfahren. Die SEPA-Lastschrift zieht Geld beim Zahler ein, gestützt auf ein Mandat, das er dem Rechnungssteller erteilt hat. Sie ist nicht dasselbe wie das Schweizer LSV+ und verlangt eigene Vereinbarungen mit deiner Bank. Die SEPA-Sofortzahlung stellt das Geld laut Europäischer Zentralbank innert zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers bereit; sie ist das europäische Gegenstück zur Schweizer Instant-Zahlung, folgt aber eigenen Regeln.
Ein Datum, das du dir merken solltest
Euro-Zahlungen innerhalb der Schweiz und Liechtensteins laufen heute über das System euroSIC und zählen zur Zahlungsart Inland. Das endet: Ab November 2027 gehören Euro-Zahlungen im Inland zur Zahlungsart für Fremdwährungen. Für Einzüge im Lastschriftverfahren in Euro ist schon am 31. August 2027 Schluss. Wer seinem Schweizer Kunden in Euro Rechnung stellt, klärt die Abwicklung rechtzeitig mit der Bank.
Häufige Fragen
Ist die Schweiz Teil von SEPA?
Ja. SIX beschreibt den Raum als Gebiet der EU- und EWR-Länder und der Schweiz, und die Europäische Zentralbank zählt 41 Länder dazu, auch solche ausserhalb der EU. Schweizer Banken nehmen am Überweisungsverfahren teil, wenn sie sich ihm angeschlossen haben.
Kann ich eine SEPA-Zahlung in Franken machen?
Nein. Die Zahlungsart kennt nur den Euro. Eine Frankenzahlung an eine Bank im Ausland läuft als gewöhnliche Auslandzahlung, mit den Spesen und Laufzeiten, welche die beteiligten Institute festlegen.
Brauche ich ein Euro-Konto?
Du kannst Euro auch auf ein Frankenkonto empfangen, dann rechnet deine Bank um, und der Kurs plus ihre Marge kosten dich etwas. Wer regelmässig in Euro fakturiert oder in Euro einkauft, fährt mit einem Euro-Konto meist besser.
Gilt die Mehrwertsteuer anders, wenn der Kunde in der EU sitzt?
Das hat mit SEPA nichts zu tun: SEPA regelt den Zahlungsweg, nicht die Steuer. Ob du eine Leistung an einen Kunden im Ausland mit oder ohne Schweizer Mehrwertsteuer fakturierst, entscheidet der Ort der Leistung: MwSt bei Kunden im Ausland.
Quellen
- SIX, Glossar Zahlungsverkehr Schweiz: SEPA (Gebiet der EU/EWR-Länder und der Schweiz)
- SIX, Business Rules für Zahlungen und Cash Management 3.3, Kap. 2.1.2: Zahlungsart «S» (SEPA), Euro, IBAN, Spesenregelung
- Europäische Zentralbank: Single Euro Payments Area (41 Länder, Stand der Angabe 22.05.2025; Überweisung, Sofortzahlung innert zehn Sekunden, Lastschrift)
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