Wie eine Skonto-Kondition geschrieben wird
Zu einer Skonto-Kondition gehören immer zwei Zahlen: der Prozentsatz und die Frist. Ohne Frist zieht der Abzug jeder, auch nach acht Wochen. In der Buchhaltungssprache steht dafür die Kurzform «2/10 netto 30». Auf einer Rechnung an einen Kleinbetrieb oder an eine Privatperson liest die niemand, dort schreibst du zwei Daten hin.
| Schreibweise | Wo sie passt | Risiko |
|---|---|---|
| 2/10 netto 30 | Grosskunden, Einkaufsabteilungen, Branchenüblichkeit | Wird von Privatkunden nicht verstanden |
| 2 % Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, 30 Tage netto | Fast überall | Die Frist ab wann? Ab Rechnungsdatum oder ab Empfang? |
| Rechnungsbetrag CHF 5'403.15, zahlbar bis 21.10.2026. Bei Zahlung bis 01.10.2026 gilt 2 % Skonto, zu zahlen sind dann CHF 5'295.10 | Am klarsten, besonders bei Privatkunden | Keines, ausser dass du zwei Daten rechnen musst |
Ein Anspruch entsteht nur, wenn du ihn gibst
Skonto ist eine Abrede, keine gesetzliche Regel. Im Obligationenrecht kommt das Wort nicht vor. Wo nichts vereinbart ist, schuldet dein Kunde den vollen Rechnungsbetrag, auch wenn er am selben Tag zahlt. Umgekehrt gilt: Hast du Skonto in der Offerte oder in deinen Zahlungsbedingungen zugesagt, darf der Kunde ihn ziehen, und zwar zu deinen Bedingungen.
Zieht jemand ohne Grundlage oder nach Ablauf der Frist ab, ist das eine Teilzahlung. Die Restforderung bleibt bestehen, sie wird durch das Schweigen nicht kleiner. Eine Teilzahlung musst du nicht einmal annehmen, wenn die gesamte Schuld feststeht und fällig ist (OR Art. 69 Abs. 1). In der Praxis nimmst du sie an und schreibst den Rest an, oder du verzichtest bewusst und schliesst die Rechnung ab. Mahnst du den Rest, läuft darauf ab Verzug der gesetzliche Verzugszins von 5 Prozent pro Jahr (OR Art. 104 Abs. 1), was sich bei einem Skontobetrag selten lohnt. Was du nicht tust: die Differenz stillschweigend offen liegen lassen, bis sie im Mahnlauf auftaucht.
Skonto verändert die Rechnung nicht
Wenn du die Rechnung stellst, weiss niemand, ob der Kunde den Abzug zieht. Darum bleiben Rechnungsbetrag, Steuerbasis und der Betrag auf dem QR-Einzahlungsschein unverändert, und der Skonto steht als Hinweis unter der Schlusszeile. Ein Rabatt ist das Gegenteil: Er wird unbedingt gewährt und senkt den Rechnungsbetrag sofort. Wie du die Kondition formulierst, steht im Ratgeber Skonto richtig anbieten.
Skonto und Mehrwertsteuer
Zieht der Kunde den Skonto, hast du weniger Entgelt erhalten, als auf der Rechnung steht. Die Umsatzsteuerschuld ist in dem Zeitpunkt anzupassen, in dem die Korrektur verbucht oder das korrigierte Entgelt vereinnahmt wird (MWSTG Art. 41 Abs. 1). Die andere Seite gilt genauso: Wer als Kunde Skonto abzieht, muss seinen Vorsteuerabzug entsprechend kürzen (Art. 41 Abs. 2). Rechnest du nach vereinnahmten Entgelten ab, erledigt sich die Sache von selbst, weil du nur meldest, was tatsächlich eingegangen ist. Wie du das verbuchst, klärst du einmal mit deiner Treuhänderin.
Skonto ist teures Geld
2 Prozent für 20 Tage früher sind aufs Jahr gerechnet ein hoher Zins. Die Formel lautet Skonto geteilt durch (100 minus Skonto), mal 365, geteilt durch die gewonnenen Tage. Bei «2 Prozent innert 10 Tagen, 30 Tage netto» ergibt das 37.24 Prozent pro Jahr. Ob sich das für dich lohnt, hängt daran, was dich dein Kontokorrentkredit kostet. Nachrechnen kannst du es im Skonto-Rechner.
Die häufigsten Fehler
- Skonto erst auf der Rechnung erwähnen. Die Kondition gehört in die Offerte, sonst verschenkst du Marge ohne Gegenleistung
- Den Rechnungsbetrag um den Skonto kürzen. Dann hast du den Abzug gewährt, bevor jemand früh bezahlt hat
- Skonto und Rabatt vermischen. Der Rabatt senkt das Entgelt sofort, der Skonto erst mit der Zahlung
- Die Steuerkorrektur vergessen. Bei hundert Rechnungen im Jahr rechnest du sonst mehrere hundert Franken Steuer zu viel ab
So macht es KIDESK
Zahlt dein Kunde weniger, weil er Skonto abgezogen hat, buchst du den Rest in KIDESK mit einem Klick aus, wahlweise als Skonto oder als Abschreibung. Die Rechnung gilt danach als bezahlt, und die Betragskarte zeigt Bezahlt, Skonto und Abgeschrieben getrennt. Die MwSt-Auswertung zieht Skonti als Entgeltsminderung in der Periode ihrer Buchung ab.
Häufige Fragen
Ab welchem Tag läuft die Skontofrist?
Ab dem Datum, das du hinschreibst. Das Gesetz regelt nichts dazu, also entscheidest du, ob die Frist ab Rechnungsdatum oder ab Rechnungseingang läuft. Am wenigsten Streit gibt ein konkretes Datum auf dem Beleg, dann muss niemand rechnen.
Zieht der Kunde Skonto vom Betrag mit oder ohne Mehrwertsteuer ab?
Vom Rechnungsbetrag inklusive Steuer, denn das ist der Betrag, den er schuldet. Der Abzug enthält damit anteilig Steuer, und genau dieser Anteil fällt bei dir als Entgeltsminderung weg (MWSTG Art. 41 Abs. 1). Rechne den Betrag auf der Rechnung selbst aus, dann gibt es keine zwei Meinungen.
Muss ich Skonto anbieten, weil es die Branche so macht?
Nein. Skonto ist ein Finanzierungsinstrument und kein guter Ton. Wer pünktlich zahlende Kunden hat, verschenkt damit nur Marge. Sinnvoll ist er, wenn du das Geld früher wirklich brauchst oder wenn ein Kunde sonst notorisch spät zahlt.
Gilt Skonto auch auf Akonto- und Schlussrechnungen?
Nur, wenn du es so vereinbart hast. Üblich ist es nicht, weil du bei Akonto-Rechnungen ohnehin im Voraus zahlst und der Abzug dich doppelt kostet. Wie die Beträge dort zusammenspielen, steht unter Akonto-Rechnung.
Quellen
Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.
