Was Skonto ist und was es nicht ist
Skonto ist ein bedingter Abzug. Er entsteht erst, wenn dein Kunde bis zum Stichtag zahlt. Bis dahin schuldet er den vollen Betrag. Ein Rabatt ist das Gegenteil: unbedingt gewährt, er senkt den Rechnungsbetrag sofort.
| Rabatt | Skonto | |
|---|---|---|
| Wann er entsteht | sofort, mit der Rechnung | erst mit der rechtzeitigen Zahlung |
| Rechnungsbetrag | ist bereits reduziert | bleibt der volle Betrag |
| Betrag im QR-Zahlteil | der reduzierte Betrag | der volle Betrag |
| Mehrwertsteuer | reduziert sich sofort | wird erst bei der Zahlung korrigiert |
Was dein Skonto aufs Jahr gerechnet kostet
Der Kunde erhält 2 Prozent dafür, dass er 20 Tage früher zahlt. Auf ein Jahr hochgerechnet ist das ein hoher Zins. Die Formel: Skonto ÷ (100 − Skonto) × 365 ÷ (Zahlungsfrist − Skontofrist) × 100. Im Nenner steht 100 minus Skonto, weil sich der Abzug auf den tatsächlich gezahlten Betrag bezieht und nicht auf den Rechnungsbetrag.
- Rechnungsbetrag
- CHF 10'000.00
- Skontoabzug 2 %
- CHF 200.00
- Zahlbar bei Abzug
- CHF 9'800.00
- Gewonnene Tage (30 − 10)
- 20 Tage
- 2 ÷ 98 × 365 ÷ 20 × 100
- 37.24 %
- Effektiver Jahreszins deines Skontos
- 37.24 %
| Kondition | Gewonnene Tage | Effektiver Jahreszins |
|---|---|---|
| 2 % / 10 Tage, 30 Tage netto | 20 | 37.24 % |
| 3 % / 10 Tage, 30 Tage netto | 20 | 56.44 % |
| 2 % / 14 Tage, 60 Tage netto | 46 | 16.19 % |
| 1 % / 10 Tage, 30 Tage netto | 20 | 18.43 % |
Zwei Sichten auf dieselbe Zahl
- Als Rechnungsstellerin: Der Jahreszins ist dein Preis für das Geld, das du früher bekommst. Liegt er über den Kosten deines Kontokorrentkredits, ist das Skonto das teurere Geld. Trotzdem kann es sich lohnen, wenn es Mahnläufe und Ausfälle erspart.
- Als Bezahlende: Skonto zu nutzen lohnt sich fast immer. 2 Prozent für 20 Tage entsprechen 37 Prozent aufs Jahr gerechnet. Wer statt zu skontieren das Geld liegen lässt, verschenkt Geld.
- Wer Skonto anbietet, sollte es einrechnen. Ein Preis, der 2 Prozent Skonto verträgt, ist ein Preis, der 2 Prozent Luft hat. Ohne diese Luft finanzierst du den Abzug aus deiner Marge.
Mehrwertsteuer und Buchung
Zieht dein Kunde das Skonto tatsächlich ab, bekommst du weniger Entgelt, als du fakturiert hast. Die Steuer auf diesem Teil bekommst du zurück: Der Abzug ist eine Entgeltsminderung, und zwar in der Abrechnungsperiode, in der die Zahlung eingeht. Rechnest du nach dem Saldosteuersatz ab, gilt dasselbe auf den Bruttoumsatz. Was auf keinen Fall passieren darf: den offenen Rest einfach stehen lassen. Dann steht die Rechnung ewig als teilweise offen in der Liste.
Wie du Skonto auf die Rechnung schreibst
Zahlungsbedingungen: 2 % Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen (bis 15.04.2026), entspricht CHF 9'800.00. Ohne Abzug zahlbar innert 30 Tagen (bis 05.05.2026), Betrag CHF 10'000.00.
Nenne beide Daten und beide Beträge. Dein Kunde soll nicht rechnen müssen, und der Betrag im Zahlteil bleibt der volle. Der Rechner rundet den Zahlbetrag bei Abzug auf 5 Rappen, der Abzug ist dann die Differenz zum Rechnungsbetrag. Mehr dazu in Skonto richtig anbieten und in Zahlungsfrist und Fälligkeit.
So macht es KIDESK
Zieht dein Kunde Skonto ab, buchst du in KIDESK den Rest mit einem Klick als Skonto aus. Die Rechnung gilt dann als bezahlt, und die Betragskarte zeigt Bezahlt und Skonto getrennt. Die MwSt-Auswertung zieht den Abzug als Entgeltsminderung in der Periode ab, in der du ihn buchst, und weist ihn aus.
Häufige Fragen
Ab wann zählt die Skontofrist?
Massgebend ist, was vereinbart ist. Steht nichts anderes da, wird in der Praxis meist ab Rechnungsdatum gezählt. Schreibe das Enddatum trotzdem ausdrücklich auf die Rechnung. Sonst rechnet dein Kunde womöglich ab dem Tag, an dem er die Rechnung geöffnet hat.
Darf der Kunde Skonto auf den Bruttobetrag abziehen?
Ja, in der Praxis bezieht sich Skonto auf den gesamten Rechnungsbetrag einschliesslich Mehrwertsteuer, wenn nichts anderes vereinbart ist. Die Steuer wird dadurch anteilig mitreduziert, und du korrigierst sie in der Periode der Zahlung als Entgeltsminderung.
Muss ich überhaupt Skonto anbieten?
Nein. Einen Abzug für frühe Zahlung darf dein Kunde nur machen, wenn Übereinkunft oder Übung es gestatten (OR Art. 81 Abs. 2). In manchen Branchen ist Skonto üblich, in anderen gar nicht. Wenn deine Kunden ohnehin pünktlich zahlen, verschenkst du damit nur Marge.
Was ist der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt?
Der Rabatt ist unbedingt und senkt den Rechnungsbetrag sofort. Das Skonto ist bedingt und entsteht erst mit der rechtzeitigen Zahlung. Darum gehört ein Rabatt in die Positionen oder in die Zwischensumme, ein Skonto dagegen als Hinweis unter die Schlusszeile.
Der Kunde hat Skonto gezogen, aber zu spät bezahlt. Was tun?
Rechtlich schuldet er die Differenz, weil die Bedingung nicht erfüllt ist. Du kannst den Rest nachfordern oder ihn ausbuchen. Bei kleinen Beträgen lohnt der Aufwand selten. Sinnvoll ist ein kurzer Hinweis, damit es nicht zur Gewohnheit wird.
Quellen
Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Betriebe und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.
