Begriff

Entgelt

Kurz gesagt

Entgelt ist der Vermögenswert, den der Empfänger einer Leistung oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt dieser Leistung aufwendet (MWSTG Art. 3 Bst. f). Vom Entgelt wird die Mehrwertsteuer berechnet. Dazu gehört ausdrücklich auch der Ersatz aller Kosten, selbst wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden, also Anfahrt, Porto oder Entsorgung (Art. 24 Abs. 1). Nicht zur Bemessungsgrundlage zählen die Mehrwertsteuer selbst und echte durchlaufende Posten (Art. 24 Abs. 6).

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Was zum Entgelt gehört und was nicht

Das Entgelt ist die Bemessungsgrundlage: der Betrag, auf den der Steuersatz angewendet wird. Die Abgrenzung ist im Alltag wichtiger, als sie klingt, weil viele Unternehmen Nebenkosten für steuerfrei halten, die es nicht sind.

PositionGehört zum Entgelt?Grundlage
Der vereinbarte Werklohn oder VerkaufspreisJaMWSTG Art. 24 Abs. 1
Anfahrt, Porto, Entsorgung, Kleinmaterial, auch gesondert fakturiertJaMWSTG Art. 24 Abs. 1
Öffentlich-rechtliche Abgaben, die du selbst schuldestJaMWSTG Art. 24 Abs. 1
MahnspesenJaESTV, MWST-Info 04, Ziffer 3.8.2.3
Verzugszins nach OR Art. 104Nein, er gilt als SchadenersatzESTV, MWST-Info 04, Ziffer 3.8.2.3
Die Mehrwertsteuer auf der Leistung selbstNeinMWSTG Art. 24 Abs. 6 Bst. a
Durchlaufende Posten: im Namen und für Rechnung des Kunden bezahlt und gesondert ausgewiesenNeinMWSTG Art. 24 Abs. 6 Bst. b
Wie du Porto, Spesen und Material im Einzelnen behandelst, steht unter MwSt auf Porto, Spesen und Material.

Das Entgelt schliesst die Steuer meistens ein

Auf einer Rechnung an eine Privatperson steht in der Regel der Betrag inklusive Steuer. Dann rechnest du die Steuer heraus, statt den Satz aufzuschlagen. Wer das verwechselt, deklariert zu viel.

Malerrechnung über CHF 4'860.00 inklusive 8.1 Prozent
Betrag, den der Kunde aufwendet
CHF 4'860.00
Enthaltene Steuer: 4'860.00 × 8.1 ÷ 108.1
CHF 364.16
Entgelt ohne Steuer, also die Bemessungsgrundlage
CHF 4'495.84

Geldeingänge, die kein Entgelt sind

Nicht jeder Franken auf dem Konto ist ein Entgelt. Wo keine Leistung dahintersteht, fehlt die Grundlage für die Steuer. Das Gesetz nennt unter anderem Subventionen und andere öffentlich-rechtliche Beiträge, Spenden, Einlagen ins eigene Unternehmen, Dividenden, Pfandgelder auf Gebinden, Zahlungen für Schadenersatz und Genugtuung sowie Entschädigungen für unselbstständig ausgeübte Tätigkeiten wie ein Verwaltungsratshonorar (MWSTG Art. 18 Abs. 2).

Wenn sich das Entgelt nachträglich ändert

Zieht der Kunde Skonto ab, gewährst du nachträglich einen Rabatt oder fällt eine Forderung ganz aus, ist das Entgelt tiefer als zuerst gedacht. Dann passt du die Umsatzsteuer in dem Zeitpunkt an, in dem du die Korrektur verbuchst oder das korrigierte Entgelt vereinnahmst (MWSTG Art. 41 Abs. 1). Die Korrektur gehört also in die laufende Abrechnung, nicht rückwirkend ins alte Quartal.

Erbringst du eine Leistung an eine eng verbundene Person, etwa an die Inhaberin deiner GmbH oder an eine ihr nahestehende Person, gilt als Entgelt der Wert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde (MWSTG Art. 24 Abs. 2). Der Freundschaftspreis senkt die Steuer also nicht.

So macht es KIDESK

Zieht ein Kunde beim Zahlen Skonto ab oder schreibst du einen Restbetrag ab, buchst du den Rest in KIDESK aus. Die MwSt-Auswertung zieht diese Entgeltsminderung in dem Quartal ab, in dem du sie gebucht hast, und weist sie aus. Die Auswertung selbst ist eine Grundlage für deine Abrechnung, keine Buchhaltung: Gebucht wird bei deiner Treuhandstelle.

Berichte und MwSt-Auswertung Zahlungen und Skonto

Häufige Fragen

Gehört die Anfahrtspauschale zum Entgelt?

Ja. Zum Entgelt zählt der Ersatz aller Kosten, auch wenn du sie als eigene Position in Rechnung stellst (MWSTG Art. 24 Abs. 1). Die Anfahrt trägt darum den Satz der Hauptleistung, im Handwerk also 8.1 Prozent.

Was ist ein durchlaufender Posten?

Ein Betrag, den du im Namen und für Rechnung deines Kunden bezahlt hast und in der Rechnung gesondert ausweist, etwa eine Gebühr, deren Rechnung auf den Kunden lautet. Nur dann bleibt er aus der Bemessungsgrundlage draussen (MWSTG Art. 24 Abs. 6 Bst. b). Sobald die fremde Rechnung auf dich lautet oder du einen Zuschlag nimmst, ist es kein durchlaufender Posten mehr.

Ist die Mehrwertsteuer Teil des Entgelts?

Nein. Die auf der Leistung geschuldete Mehrwertsteuer wird nicht in die Bemessungsgrundlage einbezogen (MWSTG Art. 24 Abs. 6 Bst. a). Steht auf der Rechnung ein Betrag inklusive Steuer, rechnest du die Steuer heraus: Betrag mal 8.1 geteilt durch 108.1.

Mein Kunde hat Skonto abgezogen. Muss ich die MwSt korrigieren?

Ja, und zwar in der Periode, in der du die Korrektur verbuchst oder das gekürzte Entgelt erhältst (MWSTG Art. 41 Abs. 1). Ein bereits eingereichtes Quartal wird dadurch nicht nachträglich geändert.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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