Begriff

Pauschale: ein Wort, vier Bedeutungen.

Kurz gesagt

Eine Pauschale ist ein fester Betrag anstelle einer Abrechnung nach Aufwand. Im Werkvertrag heisst sie Pauschalpreis: Wurde die Vergütung zum Voraus genau bestimmt, stellst du das Werk um diese Summe fertig und darfst keine Erhöhung fordern, auch wenn du mehr Arbeit hattest (Obligationenrecht, OR, Art. 373 Abs. 1). Dafür zahlt dein Kunde den vollen Preis, wenn weniger Arbeit anfällt (Abs. 3). Daneben heissen auch die Monatspauschale im Servicevertrag, die Spesenpauschale an Mitarbeitende und die Mahnpauschale so, und für jede gilt etwas anderes.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Vier Pauschalen, vier Regeln

«Pauschal» sagt nur, dass ein fester Betrag an die Stelle einer Abrechnung tritt. Wovon der Betrag befreit und wer das Risiko trägt, ist in jedem der vier Fälle anders geregelt.

PauschaleWas sie ersetztWorauf es ankommtGrundlage
Pauschalpreis im WerkvertragDie Abrechnung nach Stunden und MaterialDie Beschreibung der Leistung. Was nicht drinsteht, ist nicht abgedecktOR Art. 373
Monats- oder Jahrespauschale im DauervertragDie Verrechnung jedes einzelnen EinsatzesUmfang je Periode, Anpassung der Preise, KündigungsfristVertrag, OR Art. 19 Abs. 1
Spesenpauschale an MitarbeitendeDen Beleg für jede einzelne AuslageSie muss in etwa den effektiven Auslagen entsprechen und steht im Lohnausweis unter Ziffer 13.2Wegleitung zum Lohnausweis, Rz 55 ff.
Mahnpauschale gegenüber KundenDen Nachweis des VerzugsschadensSie ist nur geschuldet, wenn sie vor dem Auftrag vereinbart wurdeVertrag oder AGB, sonst OR Art. 106
Nur die erste Zeile ist im Gesetz als Preisart geregelt. Die zweite lebt vom Vertrag, die dritte von der Steuerpraxis, die vierte von deinen Zahlungsbedingungen.

Im Werkvertrag bindet nicht die Zahl, sondern der Text

Der häufigste Irrtum: «Pauschal» sei eine Aussage über den Preis. Sie ist eine Aussage über den Umfang. Der Preis steht fest, sobald die Leistung beschrieben ist, und alles, was in der Beschreibung fehlt, ist auch nicht bezahlt. Die zwanzig Quadratmeter Wandfläche mehr sind eine Mehrmenge derselben Leistung und in der Pauschale drin. Die Decke, von der nie die Rede war, ist es nicht, sondern ein Nachtrag.

Achtung: Wer «Pauschale» schreibt und im Kopf eine Schätzung hat, hat sich gebunden. Massgebend ist zwar der übereinstimmende wirkliche Wille beider Seiten (OR Art. 18 Abs. 1), aber im Streit steht das Wort auf dem Papier und deine Erinnerung dagegen. Wenn du schätzt, gehört Kostenvoranschlag auf das Dokument, und wenn du nach Aufwand mit Obergrenze arbeitest, ein Kostendach.

Die Monatspauschale rechnet man über das Jahr

Bei Reinigung, Hauswartung und Wartungsverträgen ist die Monatspauschale der Normalfall. Sie entsteht aus dem Jahresaufwand geteilt durch zwölf, nicht aus dem Aufwand von vier Wochen. Ein Monat hat im Schnitt 4.33 Wochen, und wer mit vier rechnet, verschenkt jedes Jahr rund einen Monat.

Treppenhausreinigung, zweimal pro Woche
Einsätze pro Jahr, 52 Wochen zu 2 Einsätzen
104 Einsätze
Dauer je Einsatz
1.25 Stunden
Stunden pro Jahr, 104 zu 1.25
130.0 Stunden
Verrechnungssatz
CHF 48.00
Jahresaufwand, 130.0 zu CHF 48.00
CHF 6'240.00
Monatspauschale, Jahresaufwand geteilt durch 12
CHF 520.00

Wer stattdessen mit acht Einsätzen pro Monat rechnet, kommt auf 96 Einsätze im Jahr statt 104. Das sind 10 Stunden oder CHF 480.00, die du gratis putzt. Genauso gehören Feiertage, Grundreinigungen und Verbrauchsmaterial ausdrücklich geregelt: Steht nichts dazu, zahlst du sie.

Wo die Pauschale beim Lohn und bei den Steuern auffällt

  • Spesenpauschalen wie eine Auto- oder Repräsentationspauschale müssen im Lohnausweis unter Ziffer 13.2 mit Betrag stehen und in etwa den effektiven Auslagen entsprechen (Wegleitung zum Lohnausweis, Rz 55 ff.).
  • Kilometerentschädigung: Seit dem 01.01.2026 gelten höchstens 75 Rappen pro Kilometer als Ansatz, bis zu dem die Entschädigung im Lohnausweis nicht betragsmässig deklariert werden muss (Wegleitung, Rz 52). Mehr dazu unter Kilometerentschädigung 2026.
  • Spesenreglement: Es kann der Steuerbehörde des Sitzkantons zur Genehmigung vorgelegt werden, eine Pflicht dazu besteht nicht (Wegleitung, Rz 59 und 60).
  • Mahnpauschale: Sie ist nur geschuldet, wenn sie vereinbart ist. Ohne Abrede bleibt dir der Verzugszins und der Ersatz von nachgewiesenem weiterem Schaden. Siehe Darf ich Mahngebühren verlangen.

So macht es KIDESK

Wiederkehrende Pauschalen verrechnet KIDESK im gewählten Rhythmus: Du legst Intervall, Enddatum und Höchstzahl fest, siehst eine Vorschau und kannst jederzeit von Hand auslösen. So geht die Monatspauschale für den Wartungs- oder Reinigungsvertrag auch im Sommer raus, wenn niemand daran denkt. Was die Pauschale abdeckt, entscheidest du: Den Leistungsbeschrieb nimmt dir KIDESK nicht ab.

Rechnungen in KIDESK Wiederkehrende Rechnungen

Häufige Fragen

Ist eine Pauschale dasselbe wie ein Pauschalpreis?

Der Pauschalpreis ist der Fall, den das Gesetz beim Werkvertrag regelt (OR Art. 373). «Pauschale» ist das Alltagswort und meint auch die Monatspauschale im Servicevertrag, die Spesenpauschale und die Mahnpauschale. Wenn es um Geld zwischen dir und deinem Kunden geht, schreib das genauere Wort hin.

Darf ich bei einer Pauschale nachfordern, wenn es länger dauert?

Nein. Wurde die Vergütung zum Voraus genau bestimmt, stellst du das Werk um diese Summe fertig und darfst keine Erhöhung fordern, selbst wenn du mehr Arbeit oder grössere Auslagen hattest (OR Art. 373 Abs. 1). Ausserordentliche, nicht voraussehbare Umstände kann das Gericht berücksichtigen (Abs. 2), das ist ein enger Ausnahmefall.

Kann ich eine Monatspauschale einfach erhöhen?

Nur so, wie es der Vertrag vorsieht. Steht keine Anpassungsklausel drin, geht es einvernehmlich oder auf den nächsten Kündigungstermin. Eine Erhöhung kündigt man mit Vorlauf und mit Begründung an, eine Formulierung dafür steht in der Vorlage für die Preiserhöhung.

Muss eine Spesenpauschale im Lohnausweis stehen?

Ja. Pauschalspesen wie eine Auto- oder Repräsentationspauschale gehören unter Ziffer 13.2 des Lohnausweises, mit Betrag, und sie müssen in etwa den effektiven Auslagen entsprechen (Wegleitung zum Lohnausweis, Rz 55 ff.). Wer mehr pauschal ausrichtet, als anfällt, verteilt Lohn und nicht Spesen.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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