Wie eine eBill-Rechnung beim Kunden ankommt
Bei eBill schickst du keine Datei an eine Adresse, sondern lieferst die Rechnungsdaten an die Plattform. Dein Kunde sieht die Rechnung beim nächsten Besuch in seinem E-Banking, kontrolliert sie dort und gibt die Zahlung frei oder lehnt sie ab. Abtippen oder scannen muss er nichts, denn Betrag, Konto und Referenz sind schon eingetragen. Voraussetzung ist, dass dein Kunde eBill in seinem E-Banking aktiviert hat und deine Rechnungen dort beziehen will. Wie sich Kundinnen und Kunden dafür anmelden, erklärt dir dein Netzwerkpartner.
eBill, QR-Rechnung und «E-Rechnung»
Die drei Begriffe werden im Gespräch oft vermischt, meinen aber verschiedene Dinge. Nachfragen lohnt sich, bevor du einem Kunden etwas zusagst.
| Begriff | Was es ist | Was du dafür brauchst |
|---|---|---|
| QR-Rechnung | Eine Rechnung mit QR-Einzahlungsschein, auf Papier oder als PDF | Ein Programm, das den Einzahlungsschein regelkonform erzeugt |
| eBill | Rechnungsdaten, die im E-Banking des Kunden erscheinen | Einen zertifizierten Netzwerkpartner, der dich an die Plattform anschliesst |
| «E-Rechnung» | Im Alltag meist einfach eine Rechnung als PDF per E-Mail | Nichts Besonderes, das kann jedes Programm |
Was du als Rechnungssteller tun musst
- Einen zertifizierten Netzwerkpartner auswählen. Die Liste führt SIX auf ebill.ch.
- Die Konditionen mit diesem Partner klären. Preise sind Sache des Netzwerkpartners, eine allgemeine Gebühr gibt es nicht.
- Die technische Anbindung umsetzen, begleitet vom Partner.
- Deine Kundschaft informieren, dass sie deine Rechnungen künftig über eBill beziehen kann.
Wie verbreitet eBill ist
Ende Juni 2026 zählte die Plattform nach Angaben von SIX erstmals über vier Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer, 2025 wurden rund 93 Millionen Transaktionen verarbeitet, und 110 Finanzinstitute in der Schweiz bieten eBill an. Für einen Betrieb heisst das vor allem eines: Wer viele Privatkunden mit wiederkehrenden Rechnungen hat, trifft dort viele an. Wer zwanzig Rechnungen im Monat an Verwaltungen schreibt, spürt den Unterschied kaum.
So macht es KIDESK
KIDESK verschickt keine eBill-Rechnungen, und eine Anbindung an einen Netzwerkpartner gibt es nicht. Aus KIDESK gehen Rechnungen als PDF mit QR-Einzahlungsschein raus, per E-Mail oder auf Papier, und die Zahlungen gleichst du über die CAMT-Datei aus deinem E-Banking ab. Verlangt ein grosser Kunde eBill, ist das ein Punkt, den du vor der Entscheidung für eine Software klären solltest.
Häufige Fragen
Kostet eBill etwas?
Für den Rechnungssteller legt der Netzwerkpartner die Preise fest, eine offizielle Gebührenliste gibt es nicht. Frag deshalb zwei oder drei Partner an, bevor du dich entscheidest. Auf der Empfängerseite aktivieren Privatkundinnen und Privatkunden eBill in ihrem E-Banking.
Brauche ich eBill, wenn ich schon QR-Rechnungen schreibe?
Nicht zwingend. Die QR-Rechnung erfüllt denselben Zweck, nur mit einem Zwischenschritt: Dein Kunde scannt den Einzahlungsschein, statt die Rechnung im E-Banking vorzufinden. eBill lohnt sich vor allem bei vielen wiederkehrenden Rechnungen an Privathaushalte.
Kann ich als Betrieb selbst Rechnungen über eBill empfangen?
Ja. Das KMU-Portal des Bundes nennt zwei Wege: direkt im Onlinebanking oder in der eigenen Business-Software, wohin die Bank die eBill-Rechnungen über einen Dateiaustausch übermittelt, zum Beispiel per EBICS. Welche Variante deine Bank anbietet, fragst du dort nach.
Was wird aus LSV, wenn eBill Direct Debit kommt?
LSV+ und Debit Direct werden am 30. September 2028 eingestellt, Einzüge sind nur bis dahin möglich. Als Alternativen nennt der Bund eBill Direct Debit, eBill, die QR-Rechnung, den Dauerauftrag und den Einzelzahlungsauftrag.
Quellen
- eBill (SIX): Rechnungen versenden, Anbindung über einen Netzwerkpartner
- SIX, Medienmitteilung vom 26.08.2026: eBill überschreitet die Marke von vier Millionen Nutzern
- KMU-Portal des Bundes: Einstellung der Lastschriftverfahren LSV+ und BDD per 30. September 2028
- KMU-Portal des Bundes: Rechnungen via eBill empfangen
Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.
