Was eBill ist und was nicht
eBill ist eine Dienstleistung von SIX. Die Infrastruktur dahinter betreibt SIX im Auftrag der Schweizer Banken. Statt eines PDF im Mailpostfach erscheint deine Rechnung im E-Banking deiner Kundin, dort prüft sie den Betrag und gibt ihn zur Zahlung frei. Abgetippt wird nichts, und die Referenz kommt mit dem Datensatz mit.
eBill ist damit etwas anderes als eine Rechnung per E-Mail. Und es ist auch etwas anderes als die E-Rechnung im Sinn eines strukturierten Datensatzes zwischen zwei Firmen. Was in der Schweiz Pflicht ist und was nicht, steht im Ratgeber E-Rechnung: gilt eine Pflicht?. Kurz: Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht.
| Kennzahl | Wert | Stand |
|---|---|---|
| Registrierte Nutzerinnen und Nutzer | erstmals über vier Millionen | Ende Juni 2026 |
| Transaktionen pro Jahr | rund 93 Millionen, für 2026 erwartet SIX über 100 Millionen | 2025 |
| Finanzinstitute mit eBill | 110 | August 2026 |
| Anteil der 20- bis 64-Jährigen, die eBill aktiviert haben | über 59 Prozent | August 2026 |
Wie du Rechnungssteller wirst
Direkt an die eBill-Infrastruktur anschliessen kannst du dich nicht. Das geht nur über einen zertifizierten Netzwerkpartner. Der Partner sammelt die Rechnungen ein, wandelt sie in das nötige Format um und übermittelt sie. Die Liste aller zertifizierten Partner steht auf ebill.ch.
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Netzwerkpartner auswählen
Die Liste findest du auf ebill.ch unter «Netzwerkpartner im Überblick». Prüfe zuerst, ob deine bestehende Rechnungssoftware schon mit einem Partner zusammenarbeitet. Das erspart dir eine Datenbrücke.
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Konditionen vergleichen
Hol bei zwei bis drei Partnern eine Offerte ein. Frag nach der Grundgebühr, dem Preis je übermittelter Rechnung, einem allfälligen Mindestvolumen, den Kosten für den Abgleich der Kundendaten und der Kündigungsfrist.
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Anbinden und testen
Der Partner begleitet die technische Anbindung. Teste mit einer echten Rechnung an dich selbst, bevor du umstellst, und prüfe, ob Betrag, Fälligkeit und Referenz im E-Banking richtig ankommen.
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Kundschaft informieren
Das ist der Schritt, den die meisten unterschätzen. Ohne Anmeldung deiner Kundschaft bleibt der Kanal leer. Wie die Anmeldung läuft, steht im nächsten Abschnitt.
Der Haken: dein Kunde muss dich aktivieren
eBill ist kein Kanal, den du einseitig aufschaltest. Damit du jemandem eine eBill schicken darfst, muss er dein Unternehmen als Rechnungssteller aktiviert haben. Das Factsheet von eBill beschreibt dafür fünf Wege: drei über das E-Banking deiner Kundschaft, einen über dein eigenes Kundenportal und einen über einen QR-Code, den dir dein Netzwerkpartner liefert.
| Weg | Wie er funktioniert | Was du dafür brauchst |
|---|---|---|
| Rechnungsstellersuche | Der Kunde sucht dein Unternehmen in der Liste im E-Banking und füllt das Anmeldeformular aus | Du musst Anmeldungen anhand von Name, Postadresse und E-Mail-Adresse oder UID verarbeiten können |
| Direktanmeldung | Beim Erfassen einer Rechnung im E-Banking, per QR-Rechnung oder mit der IBAN, weist die Bank auf die Anmeldemöglichkeit hin | Zusätzlich Zahlungsreferenz und Bankkontonummer |
| Look-up | Du gleichst deine Kundendatenbank über den Netzwerkpartner mit der Look-up-Datenbank ab. Bei einem Treffer darfst du ohne weitere Anmeldung zustellen | E-Mail-Adresse oder UID des Kunden, und der Partner muss den Abgleich anbieten |
| Anmeldung im Kundenportal oder Onlineshop | Der Kunde wählt eBill bei dir als Zahlungsart und bestätigt mit einem Code aus der E-Mail | Ein eigenes Kundenportal und die Funktion beim Netzwerkpartner |
| Anmeldung mit QR-Code | Du verschickst einen QR-Code, etwa in der Mail oder auf der Rechnung. Beim Scannen landet dein Kunde direkt im Anmeldeprozess | Der Netzwerkpartner muss die QR-Code-Funktion anbieten, und du musst die Codes verschicken |
Was es kostet
Hier ist Ehrlichkeit einfacher als Recherche: Die Preisgestaltung obliegt dem eBill-Netzwerkpartner, und eine Preisliste oder eine Offerte fragst du direkt bei ihm an. Das schreibt eBill selbst so in die Fragen und Antworten für Geschäftskunden. Wer im Netz auf feste Rappenbeträge je Rechnung stösst, liest die Zahl eines einzelnen Anbieters, nicht einen Tarif von eBill.
- Für die Empfängerseite ist eBill gratis. Der Empfang von Rechnungen via eBill im E-Banking kostet nichts, und für Privatkundinnen und -kunden ist die Nutzung kostenlos
- Für Nutzerinnen und Nutzer fallen keine zusätzlichen Transaktionsgebühren an. Bezahlt wird auf der Seite des Rechnungsstellers, beim Netzwerkpartner
- Rechne die Gegenseite mit. Porto, Couvert, Papier und Druck fallen weg, dazu die Zeit für falsch zugeordnete Zahlungen. Bei fünfzig Rechnungen im Monat ist das eine andere Rechnung als bei fünf
Für wen es sich rechnet und für wen nicht
| Deine Lage | Einschätzung |
|---|---|
| Viele gleichartige Rechnungen an Privathaushalte, zum Beispiel Monatspauschalen für Hauswartung oder Unterhaltsreinigung | Der Fall, für den eBill gebaut ist. Deine Kundschaft ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits registriert |
| Wenige, dafür grosse Rechnungen an Firmenkunden | Der Nutzen ist klein. Firmenkunden brauchen den Beleg oft ohnehin im eigenen Ablauf, und nicht jede Bank bietet den eBill-Empfang für Geschäftskunden an |
| Rechnungen, die jedes Mal anders aussehen, mit Rapporten und Beilagen | Prüfe, ob und wie Beilagen mitgehen. Wenn der Kunde den Rapport sehen will, löst eBill dein Problem nicht |
| Du kämpfst mit Zahlungen ohne Referenz und mit falschen Beträgen | Das ist ein echtes Argument. In eBill kommen Betrag und Referenz strukturiert mit |
Über eBill lassen sich neben Einzel- und Ratenrechnungen auch Mahnungen, Gutschriften, Avisierungen und Spendenanfragen versenden. Eine Avisierung ist eine Anzeige ohne Bezahlmöglichkeit, etwa die Information über eine Rückvergütung. Rechnungen, die dein Kunde bereits zur Zahlung freigegeben hat, bleiben 730 Tage nach dem Fälligkeitsdatum in der Ablage des eBill-Portals sichtbar und werden danach gelöscht. Deine eigene Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren erledigt eBill also nicht, siehe Aufbewahrungspflicht.
eBill empfangen ist oft nützlicher als eBill senden
Für einen Kleinbetrieb ist die Empfängerseite häufig der schnellere Gewinn. Lieferantenrechnungen kommen dann direkt ins E-Banking, und mehrere Mitarbeitende können berechtigt werden, Rechnungen im Namen der Firma einzusehen, freizugeben oder abzulehnen. Wer seine Fakturierungssoftware an die Bank angebunden hat, bekommt die Rechnungsdaten dort hinein, zusammen mit dem PDF für die Ablage. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Service wird noch nicht von jeder Bank angeboten, und der Einrichtungsprozess unterscheidet sich je Bank. Frag dazu deine Kundenberaterin.
eBill neben der QR-Rechnung
Die QR-Rechnung verschwindet nicht. Die beiden ergänzen sich sogar: Erfasst dein Kunde eine QR-Rechnung im E-Banking, schlägt ihm die Bank die Anmeldung bei dir vor. Solange nicht alle deine Kunden angemeldet sind, bleibt die QR-Rechnung dein Standardweg. Wie der Zahlteil aufgebaut ist, steht unter QR-Rechnung.
Was 2028 dazukommt: das Lastschriftverfahren endet
Die Lastschriftverfahren LSV+ und Business Direct Debit (BDD) werden am 30. September 2028 eingestellt, Einzüge sind nur bis zu diesem Datum möglich. Nachfolger ist eBill Direct Debit, seit Mitte 2025 im Einsatz: Die nötigen Belastungsermächtigungen sieht und verwaltet dein Kunde in eBill. Wer heute mit LSV einzieht, hat damit einen Termin im Kalender. Alternativen bleiben eBill, die QR-Rechnung, der Dauerauftrag und der Einzelzahlungsauftrag.
Die Entscheidung in drei Fragen
- Wie viele Rechnungen im Monat gehen an Privathaushalte? Je kleiner diese Zahl, desto schwerer wiegt eine Grundgebühr, die unabhängig vom Volumen anfällt. Rechne sie gegen Porto, Papier und deine Zeit auf
- Kann deine Rechnungssoftware die Daten liefern, oder tippst du sie beim Partner neu ein? Doppelte Erfassung frisst den Gewinn sofort auf
- Bist du bereit, deine Kundschaft aktiv zur Anmeldung zu bewegen? Ein Satz auf jeder Rechnung, ein Hinweis in der Mail, eine Erinnerung nach zwei Monaten. Ohne das bleibt der Kanal leer
So macht es KIDESK
KIDESK hat keine eBill-Anbindung. Rechnungen gehen als PDF mit Schweizer QR-Zahlteil per E-Mail an den Kunden, dazu mit einem Link auf die Rechnung: Du siehst, wann er diesen Link geöffnet hat. Den Zahlungseingang gleichst du über die CAMT-Datei aus deinem E-Banking ab. Wenn eBill für deinen Betrieb der richtige Weg ist, brauchst du dafür einen Netzwerkpartner und eine Software, die an ihn liefert.
Häufige Fragen
Kann ich eBill ohne Netzwerkpartner nutzen?
Als Rechnungssteller nicht. Die Anbindung an die eBill-Infrastruktur von SIX ist nur über einen zertifizierten Netzwerkpartner möglich. Er übernimmt die Übermittlung und die Umwandlung deiner Rechnungsdaten in das nötige Format. Als Empfänger brauchst du dagegen nur eine Bank, die den Dienst anbietet.
Was kostet eBill pro Rechnung?
Das legt dein Netzwerkpartner fest. Die Preisgestaltung obliegt ihm, eine Preisliste oder eine Offerte fragst du direkt bei ihm an. Für Empfängerinnen und Empfänger ist eBill kostenlos, und für die Nutzung fallen keine zusätzlichen Transaktionsgebühren an.
Kann ich eine eBill schicken, ohne dass der Kunde sich angemeldet hat?
Nur über den Look-up: Wenn dein Kunde bei eBill registriert ist, die Funktion «Rechnungssteller automatisch hinzufügen» aktiviert hat und du ihn über E-Mail-Adresse oder UID eindeutig identifizierst, darfst du ihm ohne weitere Anmeldung zustellen. In allen anderen Fällen meldet er sich zuerst bei dir an.
Ersetzt eBill die QR-Rechnung?
Nein, die beiden bestehen nebeneinander. Solange ein Teil deiner Kundschaft nicht angemeldet ist, brauchst du weiterhin die QR-Rechnung. Und gerade die QR-Rechnung ist einer der Wege, über die sich ein Kunde bei dir für eBill anmeldet.
Erfüllt eBill meine Aufbewahrungspflicht?
Nein. Freigegebene Rechnungen bleiben 730 Tage nach dem Fälligkeitsdatum in der Ablage des eBill-Portals sichtbar und werden danach gelöscht. Geschäftsbücher und Buchungsbelege sind zehn Jahre aufzubewahren (OR Art. 958f). Die Ablage bleibt also deine Aufgabe.
Was passiert mit meinen LSV-Einzügen?
LSV+ und Business Direct Debit werden am 30. September 2028 eingestellt, Einzüge sind nur bis dahin möglich. Der Nachfolger heisst eBill Direct Debit, dort sieht und verwaltet dein Kunde seine Belastungsermächtigungen in eBill. Wer heute einzieht, sollte den Wechsel rechtzeitig planen.
Quellen
- eBill: Rechnungen versenden, Anbindung über einen zertifizierten Netzwerkpartner
- eBill: FAQ für Geschäftskunden (Kosten, Ablage 730 Tage, Geschäftsfälle, UID)
- eBill Factsheet: Anmeldearten im Überblick
- SIX, Medienmitteilung vom 27.08.2026: eBill überschreitet vier Millionen Nutzer
- KMU-Portal des Bundes: Einstellung der Lastschriftverfahren LSV+ und BDD per 30.09.2028
- Obligationenrecht (OR), Art. 958f: Aufbewahrung während zehn Jahren
Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Betriebe und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.
