Ratgeber

Retainer und Monatspauschalen sauber abrechnen.

Kurz gesagt

Ein Retainer ist ein Dauervertrag über eine feste Monatspauschale. Er trägt nur, wenn drei Punkte schriftlich stehen: wofür bezahlt wird (Bereitschaft, Stundenkontingent oder ein beschriebener Leistungsumfang), was gilt, wenn mehr anfällt, und was mit nicht genutzten Stunden passiert. Ein Betreuungs- oder Beratungsmandat ist in der Regel ein Auftrag, und der Auftrag «kann von jedem Teile jederzeit widerrufen oder gekündigt werden» (OR Art. 404 Abs. 1). Wer zur Unzeit kündigt, schuldet Schadenersatz. Auf eine Mindestlaufzeit allein solltest du dich deshalb nicht verlassen.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Ein Retainer verkauft nicht Stunden, sondern Planbarkeit: Dein Kunde weiss, was ihn der Monat kostet, du weisst, was im Monat hereinkommt. Genau darin steckt auch das Risiko. Ist der Umfang unscharf beschrieben, wächst die Arbeit still, während der Betrag stehen bleibt. Dieser Text zeigt, welche drei Modelle es gibt, wie du den Preis rechnest, was auf die Rechnung gehört und was bei der Kündigung wirklich gilt.

Drei Arten von Retainer, drei Arten von Risiko

Retainer ist kein Rechtsbegriff, sondern ein Sammelwort. Im Alltag von IT-Unternehmen und Beratungsbüros kommen drei Formen vor, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wer sich verschätzt, wenn ein Monat anders läuft als gedacht.

ModellWas der Kunde kauftWer trägt das RisikoWoran es in der Praxis scheitert
BereitschaftEine zugesagte Reaktionszeit, unabhängig vom AufwandDu, wenn viel anfälltDie Reaktionszeit steht da, die Servicezeiten fehlen
StundenkontingentEine Anzahl Stunden pro Monat, vorausbezahltDer Kunde, wenn er sie nicht abruftDer Verfall ist nicht geregelt, der Saldo wird nie gezeigt
LeistungsumfangEine Liste beschriebener Leistungen zum festen PreisDu, bei Mehraufwand innerhalb des UmfangsDie Ausschlüsse fehlen, alles gilt als «inbegriffen»
Mischformen sind üblich und sinnvoll: Bereitschaft plus Kontingent, darüber Verrechnung nach Aufwand zu einem im Vertrag genannten Ansatz.

Die Wahl entscheidet auch, was du im Streitfall schuldest. Beim Auftrag schuldest du sorgfältiges Tätigwerden, nicht den Erfolg (OR Art. 394). Verspricht dein Vertrag dagegen ein bestimmtes Ergebnis, etwa eine fertige Auswertung oder eine migrierte Umgebung, ist dieser Teil ein Werkvertrag, und dort schuldest du das Werk (OR Art. 363). Der Unterschied ist kein Papierkrieg, er entscheidet über Kündigung, Haftung und Vergütung. Er steht ausführlich unter Auftrag oder Werkvertrag.

Was in den Retainer-Vertrag gehört

  • Der Leistungsumfang und die Ausschlüsse. Was nicht als Ausschluss dasteht, gilt beim nächsten Notfall als inbegriffen. Nenne die Ausschlüsse beim Namen: Projekte, Umzüge, neue Standorte, Hardwarebeschaffung, Schulungen, Arbeit ausserhalb der Servicezeiten.
  • Servicezeiten und Reaktionszeit. Zwei verschiedene Dinge. Servicezeit ist, wann du erreichbar bist, Reaktionszeit ist, wie schnell du dich meldest. Zusagen zur Behebungsdauer gehören nur in den Vertrag, wenn du sie auch bei einem Ausfall deines Lieferanten halten kannst.
  • Das Kontingent und sein Verfall. Anzahl Stunden pro Monat, was mit nicht genutzten Stunden passiert, wie der Saldo gezeigt wird.
  • Der Ansatz für Mehrleistung und ab wann er greift. Ohne diesen Satz verhandelst du jeden Monat neu.
  • Die Preisanpassung. Einmal pro Jahr, mit Ankündigungsfrist und Kündigungsrecht des Kunden. Ein Retainer ohne Anpassungsklausel wird über die Jahre still zum Verlustgeschäft.
  • Laufzeit, Kündigungsfrist und was bei Beendigung geschieht: Rückgabe von Zugängen, Herausgabe von Daten, Abrechnung des Restsaldos.
  • Die Auftragsbearbeitung, sobald du Zugriff auf Personendaten deines Kunden hast. Wer Bearbeitung überträgt, muss vertraglich sicherstellen, dass sie nur so erfolgt, wie er sie selbst vornehmen dürfte, und Unterauftragsbearbeiter brauchen seine vorgängige Genehmigung (DSG Art. 9). In der IT-Betreuung ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Schreib in den Vertrag, wem die Arbeitsergebnisse gehören und wer sie weiterverwenden darf. Bei Texten, Auswertungen, Code und Konzepten entsteht sonst genau dann Streit, wenn das Mandat endet. Der Ratgeber Rechnung als Freelancer erklärt, warum Nutzungsrechte ausdrücklich eingeräumt werden müssen.

Nicht genutzte Stunden: drei Regelungen, eine Entscheidung

Die häufigste offene Frage im Retainer ist die nach dem Restsaldo. Das Gesetz gibt dazu nichts vor: Es gilt, was ihr abgemacht habt. Fehlt die Abmachung, streitet ihr im dritten Monat darüber, und der Kunde hat ein gutes Argument, weil er für Stunden bezahlt hat, die er nicht bekommen hat.

RegelungWas sie für dich bedeutetWann sie passt
Verfall am MonatsendePlanbarer Ertrag, aber Erklärungsbedarf in ruhigen MonatenBereitschaft steht im Vordergrund, nicht die Stundenzahl
Übertrag auf den Folgemonat, begrenztFairer Ausgleich, überschaubarer BugwelleneffektDer Normalfall bei schwankendem Bedarf
Übertrag ohne GrenzeEin wachsender Berg unbezahlter ArbeitPraktisch nie, ausser das Kontingent ist klein
Begrenzter Übertrag heisst zum Beispiel: höchstens ein Monatskontingent, verfällt nach drei Monaten, kein Übertrag über das Vertragsende hinaus.

Bei Geschäftskunden könnt ihr das frei regeln. Arbeitest du für Privatpersonen, kommt eine Grenze dazu: Unlauter handelt, wer allgemeine Geschäftsbedingungen verwendet, die in Treu und Glauben verletzender Weise zum Nachteil von Konsumentinnen und Konsumenten ein erhebliches und ungerechtfertigtes Missverhältnis zwischen vertraglichen Rechten und Pflichten vorsehen (UWG Art. 8). Eine Klausel, die im Voraus bezahlte Stunden sofort verfallen lässt und gleichzeitig jede Kündigung ausschliesst, ist in dieser Richtung verdächtig.

Den Preis rechnen, nicht schätzen

Eine Pauschale entsteht in vier Schritten: erwarteter Aufwand je Monat, Ansatz, Zuschlag für die Bereitschaft, Abschlag für die Bindung. Im Beispiel betreut ein IT-Betrieb ein Büro mit zwanzig Arbeitsplätzen. Die Zahlen sind Beispiele aus einer Kalkulation und keine Marktpreise; wie du auf deinen eigenen Ansatz kommst, steht unter Stundensatz für IT-Freelancer und Berater.

Monatspauschale IT-Betreuung, 20 Arbeitsplätze
Laufende Betreuung: 6.0 Std. à CHF 145.00
CHF 870.00
Überwachung, Updates, Sicherungen: 2.5 Std. à CHF 145.00
CHF 362.50
Bereitschaft, Reaktion innert 4 Arbeitsstunden
CHF 150.00
Zwischentotal
CHF 1'382.50
Abschlag 8 Prozent für die feste Bindung
CHF 110.60
Pauschale netto
CHF 1'271.90
Monatspauschale, gerundet
CHF 1'270.00

Daraus werden im Jahr CHF 15'240.00 netto. Bist du mehrwertsteuerpflichtig, kommen je Monat 8.1 Prozent dazu, also CHF 102.87, und die Rechnung lautet auf CHF 1'372.87. Rechne den Abschlag für die Bindung bewusst und halte ihn klein: Er ist der Preis dafür, dass dein Kunde sich festlegt, nicht ein Rabatt für Treue. Wer 20 Prozent abgibt, arbeitet bei jedem intensiven Monat gratis.

Achtung: Prüfe die Pauschale nach sechs Monaten an den echten Stunden. Dafür musst du die Zeit auch dann erfassen, wenn der Betrag ohnehin feststeht. Ohne diese Zahlen merkst du erst beim Jahresabschluss, dass aus 8.5 Stunden im Monat 14 geworden sind.

Was auf die Retainer-Rechnung gehört

Bei einer Pauschale steht auf der Rechnung nicht, was du gemacht hast, sondern wofür bezahlt wird. Damit sie trotzdem prüfbar ist, braucht sie vier Angaben mehr als eine gewöhnliche Rechnung.

  • Der Leistungszeitraum. Das Mehrwertsteuergesetz verlangt Datum oder Zeitraum der Leistung, soweit sie nicht mit dem Rechnungsdatum übereinstimmen (MWSTG Art. 26 Abs. 2 Bst. c). Bei einer Monatspauschale fallen sie immer auseinander.
  • Der Verweis auf den Vertrag mit Datum, damit niemand den Umfang aus dem Gedächtnis rekonstruieren muss.
  • Zwei Zeilen, was enthalten ist. «Betreuungspauschale gemäss Vertrag» genügt dem Gesetz nicht: Verlangt sind Art, Gegenstand und Umfang der Leistung (MWSTG Art. 26 Abs. 2 Bst. d).
  • Der Stand des Kontingents, wenn ihr eines vereinbart habt: verbraucht, übertragen, verfallen. Diese drei Zahlen ersparen dir jedes Quartal ein Telefonat.

Mehrleistung kommt als eigene Position auf denselben Beleg, mit Datum, Stunden, Ansatz und dem Namen der Person, die sie freigegeben hat. Die einzelnen Zeiten gehören in einen Stundennachweis als Beilage, nicht in die Rechnung; wie du ihn aufbaust, steht unter Dienstleistung nach Stunden abrechnen.

Im Voraus oder im Nachhinein?

Beides ist zulässig, solange es auf dem Beleg steht und du es nicht jeden Monat anders machst. Im Voraus ist bei Bereitschaft und Kontingenten üblich und besser für deinen Geldfluss, im Nachhinein passt zu Pauschalen, die den Aufwand des vergangenen Monats abbilden. Für die Mehrwertsteuer gilt: Bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten entsteht die Umsatzsteuerschuld mit der Rechnungsstellung, bei Vorauszahlungen und bei Leistungen ohne Rechnungsstellung mit der Vereinnahmung des Entgelts (MWSTG Art. 40 Abs. 1). Rechnest du nach vereinnahmten Entgelten ab, entsteht sie immer erst mit dem Zahlungseingang (Abs. 2). Ein Kontingent, das dein Kunde im Januar für das ganze Jahr bezahlt, ist so oder so im Januar zu versteuern, auch wenn noch keine Stunde geleistet ist.

Kündigung: was OR Art. 404 für deinen Retainer heisst

Für den Auftrag sagt das Gesetz in Art. 404 Abs. 1 einen einzigen Satz, der viele Retainer-Verträge relativiert: «Der Auftrag kann von jedem Teile jederzeit widerrufen oder gekündigt werden.» Absatz 2 setzt dem eine Folge entgegen: Wer zur Unzeit kündigt, ersetzt der anderen Seite den daraus entstandenen Schaden. Ob eine vereinbarte Mindestlaufzeit dieses Recht einschränken kann, hängt davon ab, wie ein Gericht den Vertrag einordnet. Verlass dich nicht darauf, sondern baue den Vertrag so, dass eine frühe Kündigung dich nicht kalt erwischt.

  • Aufbaukosten vorne abrechnen. Übernahme, Aufnahme der Umgebung, Dokumentation und Einrichtung sind ein eigener Auftrag mit eigener Rechnung, nicht ein Geschenk, das sich über 24 Monate amortisiert.
  • Vorausbezahltes anteilig zurückerstatten, und das im Vertrag so schreiben. Eine Klausel, die im Voraus bezahlte Monate einbehält, lädt zum Streit ein und bringt dir selten mehr als sie kostet.
  • Restsaldo des Kontingents beim Ende abrechnen: entweder auszahlen, oder innert einer genannten Frist abarbeiten.
  • Übergabe regeln. Welche Unterlagen, Zugänge und Daten du herausgibst, in welcher Form und innert welcher Frist. Ein Aufwandposten dafür gehört in den Vertrag, sonst leistest du ihn gratis.

Preis anpassen, ohne den Kunden zu verlieren

Ein Retainer läuft Jahre. Ohne Anpassungsklausel verhandelst du nach drei Jahren eine Erhöhung gegen die Gewohnheit deines Kunden, und das ist der schwierigste aller Gespräche. Schreib stattdessen in den Vertrag, dass der Preis einmal jährlich auf einen bestimmten Termin angepasst werden kann, mit einer Ankündigungsfrist von zwei oder drei Monaten und dem Recht des Kunden, auf denselben Termin zu kündigen. Damit ist die Erhöhung eine Abmachung und keine Zumutung. Wie du sie formulierst, steht unter Preiserhöhung mitteilen.

Ein einziger Retainer-Kunde ist ein Risiko für euch beide

Wer als Einzelfirma dauerhaft für nur einen Auftraggeber arbeitet, riskiert, dass die AHV-Ausgleichskasse die Tätigkeit als unselbständig einstuft. Entschieden wird das im Einzelfall und nicht durch den Vertrag: Die Kasse schaut auf das Auftreten in eigenem Namen, das eigene wirtschaftliche Risiko, die Zahl der Auftraggeber, die freie Organisation der Arbeit und die eigene Infrastruktur (AHV-Merkblatt 2.02). Trifft es zu, muss dein Kunde nachträglich Arbeitgeberbeiträge zahlen, und das trifft eure Zusammenarbeit härter als jede Preisverhandlung. Mehr dazu unter Scheinselbständigkeit vermeiden.

Klauseln zum Kopieren

Diese Bausteine kannst du in deinen Vertrag übernehmen. Stunden, Beträge und Fristen setzt du selbst ein, und du prüfst, ob sie zu dem passen, was du wirklich leisten kannst.

Klauseln Retainer
Umfang: Der Auftragnehmer erbringt die in Anhang 1 beschriebenen Leistungen. Nicht enthalten sind Projekte, Standortwechsel, Beschaffungen, Schulungen sowie Arbeiten ausserhalb der Servicezeiten. Solche Leistungen werden nach vorgängiger Freigabe gesondert verrechnet.

Servicezeiten und Reaktion: Montag bis Freitag, 08.00 bis 17.00 Uhr, ausgenommen Feiertage am Sitz des Auftragnehmers. Der Auftragnehmer meldet sich innert [4] Arbeitsstunden nach Eingang einer Meldung. Eine Behebungsfrist wird nicht zugesichert.

Kontingent: Die Pauschale umfasst [10] Stunden pro Monat. Nicht bezogene Stunden werden auf den Folgemonat übertragen; der Übertrag ist auf [ein] Monatskontingent begrenzt und verfällt nach [drei] Monaten sowie mit dem Ende des Vertrags. Der Auftragnehmer weist den Stand auf jeder Rechnung aus.

Mehrleistung: Über das Kontingent hinausgehende Leistungen werden zu CHF [150.00] je Stunde verrechnet, in Schritten von [15] Minuten. Ab einem erwarteten Mehraufwand von [2] Stunden holt der Auftragnehmer vorgängig die Freigabe des Auftraggebers ein.

Preis und Anpassung: Die Pauschale beträgt CHF [1'270.00] pro Monat zuzüglich Mehrwertsteuer und wird monatlich im Voraus in Rechnung gestellt. Der Auftragnehmer kann die Pauschale einmal jährlich auf den 1. Januar anpassen. Er teilt dies bis spätestens 30. September mit. Der Auftraggeber kann den Vertrag in diesem Fall auf denselben Termin kündigen.

Beendigung: Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Parteien unter Einhaltung einer Frist von [drei] Monaten auf das Ende eines Monats gekündigt werden. Vorbehalten bleibt Art. 404 OR. Bereits bezahlte Pauschalen werden für die Zeit nach der Beendigung anteilig zurückerstattet. Der Auftragnehmer gibt Zugänge, Unterlagen und Daten innert [20] Arbeitstagen heraus; der dafür nötige Aufwand wird nach Aufwand verrechnet.

So macht es KIDESK

Die Pauschale legst du in KIDESK einmal als wiederkehrende Rechnung an: Rhythmus, Startdatum, Enddatum und Höchstzahl der Rechnungen. Danach entsteht der Beleg in deinem Rhythmus, und du wirst benachrichtigt, sobald die Vorlage durch Enddatum oder Höchstzahl endet. Den Leistungszeitraum trägst du am Beleg selbst ein: Auf einer neuen Rechnung ist das Feld zuerst ausgeblendet, über die Kopfangaben holst du es dazu. Danach steht der Zeitraum auch auf dem PDF. Den Vertrag legst du mit Kündigungsfrist ab, KIDESK rechnet aus, bis wann du handeln musst, und sortiert danach; eine Erinnerungsmail dazu gibt es nicht. Stunden erfasst du am Auftrag mit Datum, von und bis, auch wenn der Betrag feststeht. Ein Kontingent mit Restsaldo führt KIDESK nicht, und der Stundenbericht summiert je Person im Team: Den Stand rechnest du aus den Stunden auf den Aufträgen dieses Kunden.

Rechnungen in KIDESK Aufträge und Zeiterfassung

Häufige Fragen

Ist eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten gültig?

Vereinbaren kannst du sie. Ob sie hält, ist eine andere Frage: Beim Auftrag kann jede Seite jederzeit widerrufen oder kündigen (OR Art. 404 Abs. 1), und wer zur Unzeit kündigt, schuldet nur Schadenersatz, nicht die restlichen Monatspauschalen. Wie ein Gericht deinen Vertrag einordnet, hängt vom Inhalt ab. Sichere dich deshalb über die Aufbaukosten und eine faire Kündigungsfrist ab statt über eine lange Mindestlaufzeit.

Verfallen nicht genutzte Stunden automatisch?

Nein. Es gilt, was im Vertrag steht. Fehlt eine Regelung, hat dein Kunde ein gutes Argument, die bezahlten Stunden später einzufordern. Schreib darum hin, ob nicht bezogene Stunden verfallen, übertragen werden und wann der Übertrag endet.

Darf ich die Monatspauschale im Voraus verrechnen?

Ja, wenn es so vereinbart ist. Für die Mehrwertsteuer entsteht die Umsatzsteuerschuld bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten mit der Rechnungsstellung, bei Vorauszahlungen und bei Leistungen ohne Rechnungsstellung mit der Vereinnahmung (MWSTG Art. 40 Abs. 1). Auf dem Beleg steht der Zeitraum, für den bezahlt wird, sonst ist die Rechnung für beide Seiten nicht zuordenbar.

Mein Kunde sitzt in Deutschland. Verrechne ich Mehrwertsteuer?

Das hängt davon ab, wo die Leistung als erbracht gilt und um welche Art von Leistung es sich handelt. Beratung und IT-Betreuung für ein Unternehmen im Ausland folgen anderen Regeln als dieselbe Leistung im Inland. Kläre das vor der ersten Rechnung, denn rückwirkend korrigieren ist teuer. Der Ratgeber Leistungen an Kunden im Ausland zeigt den Weg.

Wann verjährt eine Retainer-Rechnung?

Die allgemeine Frist beträgt zehn Jahre (OR Art. 127). Für einzelne Forderungsarten nennt das Gesetz fünf Jahre, unter anderem für periodische Leistungen und für Handwerksarbeit (OR Art. 128). In welche Gruppe eine monatliche Betreuungspauschale fällt, ist nicht für jeden Fall eindeutig. Rechne vorsichtshalber mit fünf Jahren und mahne früh, statt dich auf die lange Frist zu verlassen.

Was mache ich, wenn ein Monat deutlich über dem Kontingent liegt?

Melden, bevor du arbeitest, nicht wenn die Rechnung kommt. Ab einer im Vertrag genannten Schwelle holst du die Freigabe schriftlich ein, mit Datum, Umfang und Betrag. Auf der Rechnung steht die Mehrleistung als eigene Position mit dem Namen der Person, die zugestimmt hat. Wiederholt sich das über mehrere Monate, ist nicht der einzelne Monat das Problem, sondern die Pauschale.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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