Begriff

MwSt-Sätze

Kurz gesagt

Die Schweiz kennt drei Mehrwertsteuersätze: 8.1 Prozent als Normalsatz, 2.6 Prozent als reduzierten Satz und 3.8 Prozent als Sondersatz für die Beherbergung. Sie stehen in MWSTG Art. 25 und gelten seit dem 1. Januar 2024. Der Normalsatz ist der Auffangsatz: Er gilt für jede steuerbare Leistung, die das Gesetz nicht ausdrücklich einem der anderen beiden Sätze zuweist. Für Handwerk, Bau, Reinigung, Transport, Beratung und IT ist das praktisch immer der Fall.

Stand: . Geprüft anhand der unten genannten Quellen.

Die drei Sätze und wofür sie gelten

SatzGilt fürGrundlage
8.1 % Normalsatzalles, was das Gesetz nicht anders regelt: Handwerk, Bau, Reinigung, Transport, Beratung, IT, Verkauf der meisten WarenArt. 25 Abs. 1
2.6 % reduzierter Satzabschliessende Liste: Lebensmittel ohne alkoholische Getränke, Wasser in Leitungen, Medikamente, Bücher und Zeitungen ohne Reklamecharakter, lebende Pflanzen und Schnittblumen, Dünger und Futtermittel, dazu einzelne Leistungen wie die Bodenbearbeitung für die landwirtschaftliche UrproduktionArt. 25 Abs. 2
3.8 % SondersatzBeherbergung, also Unterkunft samt Frühstück. Im Gesetz befristet bis längstens 31. Dezember 2027Art. 25 Abs. 4
0 %, von der Steuer befreitvor allem Export und grenzüberschreitender Transport. Der Vorsteuerabzug bleibt erhaltenArt. 23
gar keine Steuer, ausgenommenBildung, Gesundheit, Vermietung von Wohnraum, Versicherung. Kein Steuerausweis und kein VorsteuerabzugArt. 21
Die drei Sätze gelten seit dem 1. Januar 2024. Bis Ende 2023 waren es 7.7, 2.5 und 3.7 Prozent. Vorlagen, Kataloge und Offertentexte aus dieser Zeit tragen darum den falschen Satz.

Der Satz hängt an der Leistung, nicht am Kunden. Ob du an eine Privatperson, an einen Betrieb oder an eine Gemeinde verrechnest, ändert nichts. Auch Nebenkosten folgen der Hauptleistung: Porto, Anfahrt, Deponiegebühr und Kleinmaterial tragen denselben Satz wie die Arbeit, zu der sie gehören. Warum das so ist, steht unter MwSt auf Porto, Spesen und Material.

Befreit ist nicht dasselbe wie ausgenommen

Befreit heisst: Die Leistung wird mit 0 Prozent abgerechnet, der Vorsteuerabzug auf den Kosten bleibt dir aber erhalten. Das ist der Fall beim Export. Ausgenommen heisst: Auf der Leistung liegt gar keine Steuer, dafür fällt der Vorsteuerabzug auf allen Kosten weg, die zu dieser Leistung gehören. Typisch sind Bildung, Gesundheit und die Vermietung von Wohnraum. Für den Betrieb ist der Unterschied bares Geld, auf der Rechnung sehen beide Fälle gleich aus.

Welcher Satz gilt, wenn sich die Sätze ändern?

Massgebend ist der Zeitpunkt der Leistung, nicht das Datum der Rechnung und nicht das Datum der Zahlung. Bei einer Satzänderung gelten nach MWSTG Art. 115 die Übergangsregeln von Art. 112 sinngemäss: Was vorher erbracht wurde, trägt den alten Satz, was nachher erbracht wird, den neuen. Läuft ein Auftrag über den Stichtag, wird er für diese Frage aufgeteilt. Für 2026 und 2027 ist keine Änderung beschlossen. Ab 2028 soll der Normalsatz auf 8.5 Prozent steigen, dazu stimmen Volk und Stände am 29. November 2026 ab. Was das bedeutet, steht unter MwSt 8.5 Prozent.

Typische Fehler

  • Den alten Satz stehen lassen. Bis Ende 2023 galten 7.7, 2.5 und 3.7 Prozent. Diese Zahlen stehen noch in vielen Vorlagen, Preislisten und Verträgen.
  • Saldosteuersatz und Rechnungssatz verwechseln. Auf der Kundenrechnung steht immer der gesetzliche Satz. Der Saldosteuersatz betrifft nur, was du der Steuerverwaltung abgibst.
  • Zwei Sätze, eine Summe. Stehen auf einer Rechnung mehrere Sätze, brauchst du je Satz die Bemessungsgrundlage und den Steuerbetrag (MWSTG Art. 26 Abs. 2 Bst. f). Eine einzige Zeile «MwSt» genügt dann nicht.
  • Steuer ausweisen ohne Eintrag im Register. Wer nicht eingetragen ist und trotzdem einen Satz ausweist, schuldet die ausgewiesene Steuer (MWSTG Art. 27 Abs. 2).

So macht es KIDESK

Den Satz stellst du in KIDESK je Position ein: 8.1, 2.6, 3.8 oder 0 Prozent. Neue Positionen starten mit 8.1 Prozent, und wenn im Betriebsprofil steht, dass du nicht mehrwertsteuerpflichtig bist, zieht der Editor jede Position auf 0 Prozent und sagt dir das. Die MwSt-Spalte an den Positionen erscheint erst, wenn auf einem Beleg mehr als ein Satz vorkommt; im Total steht dann je Satz eine eigene Steuerzeile. Die MwSt-Auswertung je Quartal zeigt Umsatz und Steuer getrennt nach Satz und lässt sich als CSV-Datei herunterladen.

Rechnungen in KIDESK Berichte und MwSt-Auswertung

Häufige Fragen

Welcher MwSt-Satz gilt für Handwerkerarbeiten?

Der Normalsatz von 8.1 Prozent, und zwar für die Arbeit und für das Material, das du dazu lieferst. Der reduzierte Satz gilt nur für die Gegenstände und die wenigen Leistungen, die MWSTG Art. 25 Abs. 2 aufzählt, und Handwerksarbeit steht dort nicht.

Gilt der reduzierte Satz für Lebensmittel auch im Restaurant?

Nein. Für Lebensmittel, die im Rahmen einer gastgewerblichen Leistung abgegeben werden, gilt der Normalsatz (MWSTG Art. 25 Abs. 3). Zum Mitnehmen bestimmte Lebensmittel ohne Alkohol fallen unter 2.6 Prozent, sofern der Betrieb die beiden Fälle organisatorisch sauber trennt.

Steigen die MwSt-Sätze 2027?

Nein, für 2026 und 2027 ist keine Änderung beschlossen. Das Parlament hat am 19. Juni 2026 beschlossen, den Normalsatz ab 2028 auf 8.5 Prozent und den Sondersatz auf 4.0 Prozent zu erhöhen. Der reduzierte Satz bliebe bei 2.6 Prozent. Dafür braucht es die Zustimmung von Volk und Ständen am 29. November 2026.

Welchen Satz nehme ich, wenn ein Auftrag über den Jahreswechsel läuft?

Den Satz, der im Zeitpunkt der Leistung gilt. Ändern die Sätze auf einen Stichtag, wird ein Auftrag, der teilweise vorher und teilweise nachher ausgeführt wird, für die Abrechnung aufgeteilt (MWSTG Art. 115 in Verbindung mit Art. 112). Das Rechnungsdatum ist dafür nicht massgebend.

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Unternehmen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.

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