Zuerst die Objektdaten, dann der Preis
Eine Hauswartungsofferte ohne Objektaufnahme ist geraten. Diese Angaben brauchst du, und sie gehören auch in den Kopf der Offerte, damit die Verwaltung später sieht, worauf sich der Preis bezieht.
- Anzahl Wohnungen und Gewerbeflächen, Anzahl Treppenhäuser und Geschosse
- Lift ja oder nein, Waschküchen, Trockenräume, Veloräume, Einstellhalle
- Umgebungsfläche in Quadratmetern, getrennt nach Rasen, Wegen, Bepflanzung
- Zu räumende Fläche im Winter in Quadratmetern, dazu Treppen und Zugänge
- Anzahl Container und der Wochentag der Abfuhr
- Heizung: welcher Typ, welche Ablesungen, wer den Service macht
- Zutritt: Schlüssel, Zylinder, Badge, Alarmcode und wo das Material gelagert wird
Leistungspakete statt einer langen Liste
Verwaltungen vergleichen Offerten nebeneinander. Drei Pakete mit klaren Grenzen lassen sich vergleichen, vierzig Einzelzeilen nicht. Wichtig ist die Grenze zwischen Paket und Aufwand: Leg fest, bis zu welcher Dauer eine Kleinreparatur im Paket steckt und ab wann du sie nach Stunden verrechnest.
| Paket | Typische Leistungen | Verrechnung |
|---|---|---|
| A Hausreinigung | Treppenhäuser, Eingang, Lift, Waschküche, Keller- und Veloräume, Entsorgungsplatz | Monatspauschale, gerechnet aus Stunden pro Woche |
| B Technischer Unterhalt | Kontrollgang, Beleuchtung, Zähler ablesen, Storen und Türen prüfen, Kleinreparaturen bis 30 Minuten | Monatspauschale mit fester Stundenzahl |
| C Umgebung | Rasen, Wege, Laub, Hecken, Bepflanzung, Frühjahrs- und Herbstputz | Jahresaufwand geteilt durch zwölf |
| D Winterdienst | Räumen, Streuen, Bereitschaft, Streumaterial | Eigene Offerte mit Saisonpauschale und Einsatzpreis |
| Nach Aufwand | Wohnungsabnahmen, Handwerkerbegleitung, Schlüsselübergaben, Schäden, Sonderreinigungen | Stundenansatz, im Voraus in der Offerte genannt |
- Paket A: 1 Einsatz pro Woche à 2.25 Std., also 9.75 Std. pro Monat
- CHF 604.50
- Paket B: 2.00 Std. pro Monat
- CHF 124.00
- Paket C: 26 Einsätze à 1.50 Std., also 39.00 Std. pro Jahr, geteilt durch 12
- CHF 201.50
- Verrechnungssatz je Stunde (eigener Satz einsetzen)
- CHF 62.00
- Monatspauschale ohne MwSt
- CHF 930.00
Mit 8.1 Prozent Mehrwertsteuer sind das CHF 1'005.33 pro Monat oder CHF 11'160.00 pro Jahr ohne Steuer. Weil Paket C von März bis November anfällt, arbeitest du im Sommer mehr, als du in diesem Monat verrechnest, und im Winter weniger. Das ist gewollt: Die Verwaltung bekommt jeden Monat dieselbe Zahl, und du hast im Januar trotzdem Geld auf dem Konto. Schreib in die Offerte, dass die Pauschale auf den Jahresaufwand gerechnet ist. Wie du auf deinen Stundenansatz kommst, steht unter Stundensatz Hauswartung kalkulieren.
Winterdienst: drei Preisbestandteile, eine eigene Offerte
Der Winterdienst passt nicht in eine Monatspauschale, weil niemand weiss, wie oft es schneit. Trenn ihn darum in drei Teile, die getrennt kalkulierbar sind: die Bereitschaft für die ganze Saison, den Einsatz je Räumung und das Streumaterial nach Verbrauch. Die Bereitschaft bezahlt der Kunde dafür, dass jemand um vier Uhr morgens aufsteht und in die Kontrolle fährt, auch wenn am Ende nichts liegt.
- Bereitschaft 1. November bis 31. März
- CHF 780.00
- 18 Einsätze Handräumung bis 2 Std. zu CHF 145.00
- CHF 2'610.00
- Streumaterial, 260 kg zu CHF 0.95
- CHF 247.00
- Saison ohne MwSt
- CHF 3'637.00
Die Grenzen, die in die Offerte gehören
| Punkt | Was du festhältst |
|---|---|
| Kleinreparatur | Bis 30 Minuten und ohne Materialkosten über CHF 50.00 im Paket, darüber nach Aufwand mit vorheriger Meldung |
| Material | Reinigungsmittel und Leuchtmittel im Paket, Ersatzteile und Streugut nach Verbrauch zum Einkaufspreis plus Aufschlag |
| Erreichbarkeit | Zeitfenster für Meldungen und Reaktionszeit. Einsätze ausserhalb dieses Fensters zum Pikettansatz |
| Mieterkontakt | Ob du Meldungen von Mietenden direkt entgegennimmst oder nur von der Verwaltung |
| Wohnungsabnahmen | Nach Aufwand, mit Mindestdauer. Wer die Mängelliste führt und wer bei Streit vor Ort ist |
| Stellvertretung | Wer die Arbeit übernimmt, wenn dein Hauswart in den Ferien oder krank ist |
| Preisanpassung | Einmal pro Jahr auf Ankündigung, insbesondere bei Lohnerhöhungen oder höheren Entsorgungsgebühren |
Rechnung an die Verwaltung, Leistung an der Liegenschaft
Bei Mehrfamilienhäusern ist dein Vertragspartner meist die Liegenschaftsverwaltung, die für die Eigentümerschaft handelt. Schreib darum beides in die Offerte: den Rechnungsempfänger und die Liegenschaft mit Adresse und Objektnummer. Verwaltungen verbuchen je Liegenschaft, und eine Rechnung, die zwei Objekte mischt, kommt zurück. Bei Stockwerkeigentum kommt dazu, dass die Versammlung der Stockwerkeigentümer über alle Verwaltungsangelegenheiten entscheidet, die nicht dem Verwalter zustehen (Zivilgesetzbuch, ZGB, Art. 712m). Eine Zusage der Verwaltung steht darum oft unter dem Vorbehalt eines solchen Beschlusses. Frag danach, bevor du den Termin fest einplanst.
So macht es KIDESK
In KIDESK hältst du das Pflichtenheft je Liegenschaft: welche Tätigkeit in welchem Bereich wie oft gemacht wird, mit Aufwand in Minuten und Fläche. Für Hauswartung im Mehrfamilienhaus und für den Winterdienst sind Vorlagen eingebaut, und aus dem Pflichtenheft wird der Offerten-Entwurf mit einer Position je Bereich und der Monatspauschale. Die Pauschale verrechnet KIDESK danach als wiederkehrende Rechnung, Zusatzarbeiten erfasst du als Auftrag mit Stunden und Material zur selben Liegenschaft. Offerten, Aufträge und Rechnungen einer Liegenschaft stehen an einem Ort, was Verwaltungen das Nachfragen erspart.
Häufige Fragen
Soll ich die Hauswartung pauschal oder nach Stunden offerieren?
Die wiederkehrenden Arbeiten pauschal, alles Unregelmässige nach Stunden. Verwaltungen budgetieren pro Jahr und wollen für die Grundleistung eine feste Zahl. Rechne die Pauschale aber aus Stunden und zeig diese Stunden in der Offerte, sonst diskutiert ihr beim ersten Reklamationsfall über Luft.
Warum gehört der Winterdienst in eine eigene Offerte?
Weil niemand weiss, wie oft es schneit. In einer Monatspauschale trägst du das ganze Wetterrisiko, und in einem milden Winter zahlt der Kunde für nichts. Mit Bereitschaftspauschale, Einsatzpreis und Streumaterial nach Verbrauch ist beides fair und im Nachhinein überprüfbar.
Wie verrechne ich Kleinreparaturen?
Setz eine klare Grenze, zum Beispiel bis 30 Minuten und ohne nennenswerte Materialkosten im Paket. Alles darüber meldest du vorher und verrechnest es nach Aufwand. Ohne diese Grenze wächst die Erwartung an das Paket jedes Jahr, der Preis aber nicht.
Wer ist mein Vertragspartner, die Verwaltung oder die Eigentümerschaft?
In der Regel schliesst die Verwaltung den Vertrag für die Eigentümerschaft ab. Für dich zählt, wer als Rechnungsempfänger in der Offerte steht und wer unterschreibt. Bei Stockwerkeigentum steht die Zusage oft unter dem Vorbehalt eines Beschlusses der Eigentümerversammlung; frag danach, bevor du planst.
Muss ich die Umgebungsarbeiten im Winter verrechnen, obwohl ich nichts mache?
Wenn die Pauschale ausdrücklich auf den Jahresaufwand gerechnet und auf zwölf Monate verteilt ist, ja. Genau darum gehört dieser Satz in die Offerte. Fehlt er, sieht die Verwaltung im Januar eine Rechnung für Rasenmähen und kürzt sie.
Quellen
- Obligationenrecht (OR), Art. 58: Haftung des Werkeigentümers
- Zivilgesetzbuch (ZGB), Art. 712m: Befugnisse der Versammlung der Stockwerkeigentümer
- Obligationenrecht (OR), Art. 394 und Art. 404: Auftrag und jederzeitiger Widerruf
- Mehrwertsteuergesetz (MWSTG), Art. 25: Steuersätze
- ESTV: Mehrwertsteuersätze Schweiz
Dieser Text ist eine allgemeine Information für Schweizer Betriebe und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns, wir korrigieren ihn.
